Hochzeitsreise nach Las Vegas - Heiraten, Kasinos und die Route 66

 

Legales Glückspiel

Dank der Legalisierung des Glücksspiels mauserte sich Las Vegas ab den 1930er Jahren zur Unterhaltungsmetropole Amerikas. Pro Jahr finden 35 Millionen Besucher den Weg in die Stadt der Spieler, um bei Black Jack, Poker, Roulette, Bingo oder am einarmigen Banditen ihr großes Glück zu versuchen. Uhren gibt es in den Kasinos nebenbei bemerkt keine. Was ist schon Zeit, wenn es darum geht, den Jackpot zu knacken?
 
Längst ist die Glitzermetropole zur größten Stadt Nevadas geworden, eine funkelnde, nie schlafende Oase in der Mojave-Wüste. Das berühmte Willkommensschild „Welcome to Fabulous Las Vegas“ musste seit seiner Errichtung 1959 mehrfach seinen Standort wechseln, weil die Stadt einfach über ihre bisherigen Grenzen hinausgewachsen war. Rund 600.000 Menschen leben hier und jährlich kommen mehrere tausend hinzu. Auch Hotels schießen - vor allem am bekannten Las Vegas Strip - wie Pilze aus dem Boden, um den nicht enden wollenden Strom Vergnügungssuchender zu beherbergen. 
 
Eines bombastischer als das andere, übertrumpfen sich die Häuser gegenseitig in Sachen Größe und Design und kommen oft mit speziellen Themen wie etwa New York oder Japan daher. Und da Europa nicht gerade um die Ecke ist, haben die Hoteliers die schönsten Metropolen nach Vegas geholt. So wurde im Hotel „Paris“ die Stadt der Liebe mitsamt Triumphbogen, Louvre und Eiffelturm im Maßstab 1:2 liebevoll nachgebaut und das 1,6 Milliarden US-Dollar teure „Venetian“ ist eine perfekte Kopie der namensgebenden Lagunenstadt mit ihren Kanälen, Gondeln, Palästen und sogar dem Markusplatz. Regelmäßig zeigen Musiker, Tänzer, Jongleure und Pantomimen hier ihr Können. Auf den Spuren der alten Ägypter wandelt man im „Luxor“. Den Eingang der mit 110 Metern hohen viertgrößten (Glas-) Pyramide der Welt bewacht eine riesige Sphinx und im Innern beeindrucken neben gewaltigen Steinstatuen der Illusionist Criss Angel sowie der auch bei VIPs wie Paris Hilton angesagte LAX Nightclub. Viele Häuser haben in den vergangenen Monaten den Rotstift angesetzt und der Traumurlaub samt Luxusunterkunft in der Wüstenmetropole ist erschwinglicher als Sie vielleicht denken. 
 
 

Lizenz zum Heiraten

Neben den zahlreichen Kasinos und bunten Musik-, Zauber- und Varieté-Shows ziehen die außerordentlich unkomplizierten Eheschließungs-gesetze  Nevadas unzählige Verliebte in die Glitzermetropole. An keinem Ort der Welt wird so oft der Bund fürs Leben geschlossen. Zu den prominenten Ja-Sagern Sagern gehören Jon Bon Jovi, Angelina  Jolie, André Agassi und Steffi Graf sowie Britney Spears. Letztere ließ die 2004 mit ihrem Schulfreund geschlossene Spontan-Hochzeit allerdings bereits 55 Stunden später wieder annullieren. Auch Scheidungen werden in Nevada recht einfach gehandhabt. 
 
Zur Traumhochzeit  bedarf es lediglich des Reisepasses sowie einer Heiratserlaubnis, die das Büro für Heiratsgenehmigungen für rund 60 US-Dollar erteilt. Soweit der einfache Teil. Weit schwieriger wird es hingegen bei der Trauung selbst, denn die Wahlmöglichkeiten und verschiedenen Pakete von klassisch bis schrill sind vielfältig. Stimmt das Kleingeld, sind der Phantasie eigentlich keine Grenzen gesetzt. Erlaubt ist, was gefällt, und geht nicht, gibt“s nicht. Fast jedes Hotel verfügt über einen eigenen Heiratsbereich, doch auch separate kleine Kapellen gibt es in Las Vegas zuhauf. Alternativ kann man sich auch openair am nahe gelegenen Lake Mead oder in luftiger Höhe über den flimmernden Lichtern der Stadt im Helikopter trauen lassen. Für Sparsame oder ganz besonders Eilige bietet sich die Drive-Through-Variante an, für die man noch nicht einmal das Auto verlassen muss. 
 
 

Auf der Route 66

Wer statt vier lieber nur mit zwei Rädern unter dem Allerwertesten unterwegs ist, fährt zur Trauung mit der Harley  Davidson vor. Und danach? Ab in die Abenteuer-Flitterwochen! Im Jahr 2002 machte es das britische Ehepaar Sanders vor und reiste in 19 Tagen, 8 Stunden und 25 Minuten mit dem Motorrad einmal um die Welt. Ganz so weit muss es denn ja aber auch gar nicht sein. Las Vegas ist nur 180 Kilometer von der Route 66 entfernt. Zwar kein offizieller Highway mehr, ist die Straße, die sich von der Ostküste quer durchs Land zur Westküste zieht, noch immer Anziehungspunkt für Touristen und Nostalgiker. Nicht wenige Biker überqueren einen ganzen Ozean um zumindest eine Teilstrecke bis zu ihrem Ende in Santa Monica bei Los Angeles zu fahren. Wem es am entsprechenden fahrbaren Untersatz mangelt, mietet sich eben diesen neuerdings über die TUI. Den Wind in den Haaren, genießen es nicht nur verliebte Rocker-Pärchen am Ende der Reise, wenn sie am Pier von Santa Monica das weite, tiefblaue Meer in Empfang nimmt. 
 

Quelle: Kundenmagazin FREIZEIT 01/2010, Autor: Rebecca Reichenbach

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