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TUI ReiseCenter
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Die größte Stadt Flanderns war damals nicht nur eine der reichsten Städte Europas, sondern auch ein aufblühendes kulturelles Zentrum.
Zwischen 1501 und 1504 war in der Werkstätte von Michelangelo Buonarotti eine Skulptur der Gottesmutter mit dem Kind entstanden. Wieder einmal verblüffte der geniale Künstler seine Zeitgenossen, denn die Darstellung war eine ganz andere als gewohnt: Maria hält den Knaben nicht im Arm, er steht vielmehr zwischen ihren Knien und scheint sich gerade von ihr zu lösen, um auf den Betrachter zuzugehen. Ursprünglich möglicherweise für einen Altar bestimmt, fand die Skulptur das Gefallen zweier Kaufleute: Giovanni und Alessandro Moscheroni. Die vermögenden Tuchhändler erwarben die Statue für den stolzen Preis von 4.000 Florin und schmuggelten sie heimlich nach Brügge; denn die größte Stadt Flanderns war damals nicht nur eine der reichsten Handelsstädte Europas, sondern auch ein aufblühendes kulturelles Zentrum.
Einen wunderschönen Eindruck gewinnt man auf einer Bootstour durch die zahlreichen Kanäle, die hier Reien heißen. Früher oder später ist es jedoch unvermeidlich, zu Fuß durch die Stadt zu streifen; deshalb empfiehlt es sich, keine Pfennigabsätze zu tragen: Das allgegenwärtige Kopfsteinpflaster wäre ihr Tod.
Den besten Überblick - und zwar aus der Vogelperspektive - bietet der Belfried, der „schiefe Turm von Brügge“: Der 83 Meter hohe Glockenturm steht am Rande des Großen Marktes, wo der Reichtum Brügges seinen Ursprung hatte. Ganz in der Nähe, östlich der Markthallen, befindet sich die vielleicht anrührendste Kirche der Stadt: die Heilig-Blut-Basilika. Die romanische St. Basilius-Kapelle aus dem 12. Jahrhundert ist sozusagen der Unterbau für die obere Kapelle im gotischen Stil und gleichzeitig das älteste noch erhaltene Bauwerk in Brügge. Betritt man zunächst den romanischen Teil, ist man unweigerlich ergriffen von der schlichten, ernsten Schönheit des Raumes, wohingegen im oberen, gotischen Teil ein Überfluss an Mustern und Farben herrscht.
Hier steht auch das Tabernakel mit der Reliquie - einer Phiole mit dem Blut Christi - die der Erbauer, Graf Dietrich von Flandern, 1150 aus Jerusalem mitbrachte. Jedes Jahr am Himmelfahrtstag trägt eine festliche Prozession mit über 1.500 Laiendarstellern die Reliquie durch die Stadt - 2011 fällt die Zeremonie auf den 2. Juni.
Eine Besichtigung der sehenswertesten Gebäude der Stadt führt in jedem Fall auch zur Liebfrauenkirche: Die monumentale fünfschiffige Kirche im gotischen Stil beherbergt einen reichen Schatz an Kunstgegenständen sowie die Grabmäler von Karl dem Kühnen (1433-1477) und seiner Tochter Maria von Burgund. Wer aber nun glaubt, Brügge sei voll und ganz im Transzendentalen verhaftet, der irrt: Höchst diesseitig sind die Genüsse, um die es im Schokoladen oder im Pommes-Frites-Museum geht: Choco Story bringt seinen Besuchern die Geheimnisse des süßen Goldes, von der Kakaobohne bis zum Praliné, von den Mayas bis heute näher. Im Friet Museum wiederum, dem weltweit einzigen Pommesmuseum, erfährt man alles rund um die Kartoffel und ihre aus Belgien stammende Zubereitungsweise in Stäbchenform.
Quelle: Kundenmagazin FREIZEIT 02/2011, Autor: Armin v. Roon
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