Städtereise in die schönste Stadt Polens - Krakau

Umringt von malerischen, bunten Häuschen, wird der größte Marktplatz Europas dank unzähliger Restaurants und Cafés wie etwa dem „Vis-a-vis“ auch Wohnzimmer der Stadt genannt. Mitten in diesem Salon stehen die italienisch anmutenden, zartgelben Tuchhallen: In Polens ältestem „Supermarkt“ finden Reisende allerlei Kunsthandwerk, von L eder- und Kristallwaren über Bernstein- und Silberschmuck bis hin zu Seidentüchern und hölzernen Matroschken. Direkt daneben befindet sich die Marienkirche aus dem 13. Jahrhundert, aus deren Nordturm zu jeder vollen Stunde das Krakauer Trompetensignal ertönt, um jedoch mitten im Spiel abzubrechen. Damit wird an einen Angriff der Mongolen im Jahr 1241 erinnert, bei welchem der damalige Trompeter von einem Pfeil getötet worden sein soll.

Insgesamt gibt es über 150 Gotteshäuser  in der ganzen Stadt und mehrmals täglich finden Messen statt. Schließlich hat in Polen die Religion noch immer einen sehr hohen Stellenwert - 95 Prozent der Bevölkerung sind katholisch - und selbst Jugendliche gehen regelmäßig zum Gottesdienst. Nicht selten kommt es vor, dass vor allem sonntags die Menschen bis auf die Straße hinaus vor der Kirche Schlange stehen. Wer an Kirchen-Architektur interessiert ist, sollte daher möglichst nicht rund um Ostern, Pfingsten oder Weihnachten nach Krakau reisen. Andernfalls muss er damit rechnen kaum einen Fuß in eine der Kirchen setzen zu können. 
 
Ein Besuch des Wawels - der ehemaligen Königsresidenz - der gut einen ganzen Tag in Anspruch nimmt, sollte auf jeder touristischen To-do-Liste stehen. Lässt man vom Balkon des Schlosses den Blick über die darunterliegende Stadt schweifen, kann man sehr gut nachvollziehen, wie erhaben sich die Könige Polens vor mehreren Jahrhunderten in ihrer Residenz gefühlt hatten. 
 
 

Kazimierz gehört die Nacht

Während tagsüber die Altstadtgassen voller Menschen sind und sich das jüdische Viertel Kazimierz recht verschlafen ans linke Ufer der Weichsel  schmiegt, ist es abends genau umgekehrt. Das idyllische „Kazi“ mit seinen Antikläden, Kunstgalerien, Schustern und Graveuren hat sich zum heimlichen Zentrum des Nachtlebens gemausert. Id eal für den Abend dagegen und für viele die schönste Kneipe der Stadt ist „Alchemia“. Mit ihrem bunt zusammengewürfelten Mobiliar, dichten Webteppichen auf dunklem Holzdielenboden und schweren Kerzenhaltern - elektrisches Licht gibt es hier nicht - scheint hier irgendwann um 1900 herum die Zeit stehen geblieben zu sein. Das Alchemia gilt als Kultpub und zieht so auch jede Menge internationale Gäste an, mit denen man schnell ins Gespräch kommt. Und wer draußen sitzt, ist mittendrin im Geschehen, denn dem Pub gegenüber ist der Plac Nowy mit seiner um 1900 erbauten, runden Markthalle. Früher wurden hier noch Tiere geschächtet, doch keine Sorge, mittlerweile kommt das koschere Fleisch aus London und hungrige Nachtschwärmer begnügen sich mit Zapiekanki, extra-langen, lecker belegten Baguettes.
 
Am Ende Ihres Krakau-Trips werden Sie sicher keinen Zweifel daran haben, dass dies die schönste Stadt Polens ist. Warschaus kleine Schwester mit ihren freundlichen Bewohnern und ihrer entspannten warmen Atmosphäre wird auch Ihnen ans Herz wachsen.
 

Quelle: Kundenmagazin FREIZEIT 09/2011, Autor: Rebecca Reichenbach

 
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