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TUI ReiseCenter
Hauptstr. 69
74889 Sinsheim
Telefon: (0 72 61) 9 46 70
Fax: (0 72 61) 94 67 10
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Lange Strände, saftige Wiesen und Reetdachhäuser, wohin das Auge reicht: Familien, die Nordfriesland von ihrer besten Seite erleben wollen, sind auf der schönen Nachbarinsel von Sylt goldrichtig.
Der Urlaub beginnt schon auf der Fähre: Verschlafen blinzeln mich ein Dutzend Seehunde von der Sandbank an, während ich mit der Wyker Dampfschiff Reederei in 45 Minuten von der Dagebüler Mole zum Wyker Hafen übersetze.
Fast lautlos gleitet das Schiff, die "Uthlande" (friesisch für Außenlande), bei strahlendem Sonnenschein über das glatte Meer.
Die makellose Oberfläche der Nordsee wird nur durch die Warften der Halligen Langeneß und Oland unterbrochen, die am Horizont ebenso erkennbar sind, wie die Umrisse der Insel Amrum.
Ein Traum, denke ich - und das trifft auch auf so ziemlich alles zu, was mich auf diesem 82 Quadratkilometer großen Eiland erwartet.
Föhr, das ist die Insel der langen Strände und der kurzen Wege.
Mit einem Umfang von 37 km ist sie die größte deutsche Insel die nur per Schiff oder Flugzeug zu erreichen ist.
Und sie wird auch deshalb "Die grüne Insel" genannt, weil die Vegetation durch die Lage hinter Amrum und Sylt vor den stürmischen Einflüssen der Nordsee relativ geschützt ist.
Interessant ist auch ihre Geschichte : Die einzige für einen Landeplatz günstige Bucht der Insel gab der Hauptstadt Wyk den Namen.
Die ersten Häuser baute man “by der Wycke“ kurz nach 1600.
Wegen des günstigen und gesunden Klimas begann man bereits im Jahre 1819 mit einem Badebetrieb.
Heute kann Wyk auf eine über 175- jährige Tradition als eines der ältesten Seebäder Deutschlands verweisen.
Ein besonders gutes Bild kann man sich davon in der Carl-Häberlin-Straße machen, dem unter Denkmalschutz stehenden Ortskern. Kräftige Impulse gingen dann vom dänischen König Christian VIII. aus, der ab 1842 mit seinem ganzen Hofstaat den Sommer in Wyk verbrachte.
1844 weilte auch der dänische Märchendichter Hans Christian Andersen als Gast des dänischen Königs in der Föhrer Hauptstadt, woran heute eine Tafel in der Großen Straße erinnert.
1879 schrieb der Walzerkomponist Johann Strauß an der Strandpromenade am Sandwall seine "Nordsee-Bilder".
Überhaupt, der Sandwall: Nirgendwo kann man auch heute noch entspannter eine "Tote Tante" (Heiße Schokolade mit Rum) mit Blick auf die Nordsee genießen, als hier.
Nirgendwo sonst auf den nordfriesischen Inseln sind die Einwohner so freundlich und entspannt wie auf Föhr.
Insgesamt 8.600 Insulaner teilen sich Föhr mit ca. 11.000 Rindviechern und ungezählten Schafherden. Rund 4.500 Föhrer leben in den 16 umliegenden Inseldörfern, die sich seit Jahrhunderten auf dem als flutsicheren geltenden Geestrücken angesiedelt haben.
Ein besonders sehenswertes Inseldorf ist Nieblum, das mit seinem historischen Ortskern zu Recht als eines der schönsten Friesendörfer überhaupt gehandelt wird.
Ebenso interessant sind die drei mittelalterlichen Kirchen - auch Friesendome genannt - in Nieblum, Süderende und Boldixum.
Sie stammen aus dem 12. und 13. Jahrhundert und bergen als Wahrzeichen von Föhr einzigartige Kleinode wie Altarbilder, Schnitzereien und alte Taufsteine.
Umgeben sind sie von sehenswerten Friedhöfen: Die mit Symbolen und Szenen aus dem Leben der Seefahrer illustrierten "sprechenden Grabsteine" aus der Walfangzeit erzählen ganze Romane.
Apropos Geschichte: Noch weiter zurück reicht die Historie der Wikingerfestung "Lembecksburg" aus dem 9. Jahrhundert in Borgsum: Erhalten geblieben ist hier die beeindruckende Ringwallanlage mit einem Umfang von circa 450 Metern und einer Höhe von bis zu 13 Metern.
Auch fünf wunderschöne Mühlen prägen die grüne Föhrer Landschaft, die sich übrigens am besten mit dem Rad erkunden lässt. Die Bockmühle, auf dem Gelände des Dr. Carl Haeberlin Friesenmuseums in Wyk (dessen Eingangstor aus zwei mächtigen Blauwal-Kieferknochen besteht), verfügt noch heute über ihr originales Mahlwerk.
Wer sich zudem ein authentisches Bild von dem "Leben auf dem Lande" machen will, sollte unbedingt in dem hübschen Inseldorf Oevenum beim Ehepaar Ingke und Heie Sönksen-Martens vorbeischauen.
Sie haben in der großen Scheune ihres Reet gedeckten Föhringer Bauernhauses ein Privatmuseum eingerichtet.
Im halbstündigen Rhythmus führt der Hausherr die Besucher durch die Ausstellung, in der das Leben auf der Insel - von der Föhrer Tracht bis zu den Vogelkojen - anschaulich dargestellt ist.
Wer Föhr besucht, sollte unbedingt einen Ausflug in einen der größten Naturparks Europas unternehmen.
Einmal auf dem Meeresboden laufen, die Füße in den weichen Sand bohren und Bewohner der See entdecken
- eine Wattwanderung ist einfach ein faszinierendes Erlebnis. Denn hier herrschen die Gezeiten, nur hier zieht sich das Meer für circa 6 Stunden zurück, um dann über den gleichen Zeitraum wieder über die Priele einzulaufen.
Die Perle unter den Wanderungen ist der circa acht Kilometer lange Fußmarsch von Dunsum auf Föhr zur Nachbarinsel Amrum. Dazwischen werden seichte Priele durchwatet und etwa 20 Minuten vor Amrum ein tieferer Priel, das so genannte "Mittelloch".
Auch wenn Föhr eine Wattenmeer-Insel ist: Rund 22 Kilometer Strand gibt es hier, dessen Ufer - je nach Gezeiten - mal nah und mal fern liegt. Eine Tatsache, die insbesondere Eltern von Kleinkindern schätzen, denn Brandung und Strömung wie auf Sylt oder Amrum sucht man auf Föhr vergeblich. Für die Kleinsten findet sich auch darüber hinaus jede Menge Spaß und Abwechslung: Ob "Piratentage", Fußballcamp, Schatzsuche am Strand, Ausflug auf dem Forschungsschiff, "Schafe scheren" oder reiten: Der Föhrer Tourimus Verband sorgt dafür, dass die Kurzen in diesem Fall nicht zu kurz kommen.
Und was machen die Eltern in der Zeit? Richtig: Entspannen - und auf dem Wyker Sandwall eine "Tote Tante" trinken.
Haben auch Sie Lust bekommen einen Urlaub an der Nordseeküste oder auf einer Nordsee-Insel zu verbringen?
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*Nachzulesen auch in der FREIZEIT, Deutschlands großes TV-Urlaubsmagazin von Hapag-Lloyd Reisebüro Ausgabe 08/08