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Verona blickt auf eine mehr als zweitausend Jahre alte Geschichte zurück - die als römischer Verkehrsknotenpunkt
begann und unter dem Herrschergeschlecht della Scala ihre kulturelle Blüte
erlebte. Die zauberhafte Altstadt, die im Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe
gekürt wurde, spiegelt die bewegte Geschichte der Stadt mit zahlreichen historischen Bauwerken wider. Die historische Altstadt ist geprägt von ihren schmalen Straßen im Schachbrettgrundriss und den altehrwürdigen Patrizierhäusern.
Das berühmteste Bauwerk ist allerdings die Arena
die Verona an der Piazza Brà, das - nach dem Kolosseum in Rom und der Arena in Capua - drittgrößte
aller erhaltenen Amphitheater der Welt. Das gut erhaltene und in das heutige Stadtbild einbezogene Amphitheater wurde wahrscheinlich unter Antoninus um 50 n. Chr. erbaut. Es ist 152 Meter lang, 123 Meter breit und bietet mit einem Umfang von 435 Metern heute 22.000 Menschen Platz. Im selben Zeitraum entstanden auch die ehemaligen Stadttore Porta dei Borsari
und Porta dei Leoni.
Die dreigeschossige, monumental gestaltete Porta Borsari öffnete sich einst für die Römerstraße Via Postumia. Sie wurde 265 n. Chr. unter Kaiser Gallienus erbaut und ist nach dem Amphitheater das am besten erhaltene römische Monument.
Auch d
as Hochmittelalter hinterließ seine Spuren in Form großartiger Bauten, wie der romanischen Klosterbasilika
San Zeno mit ihren berühmten Porta-Skulpturen. Die Basilika
ist ein romanischer Bau aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Der Turm der Abtei und der Turm der Basilika bilden einen ansprechenden Rahmen für die Fassade der Kirche, die durch eindrucksvolle Farbgebung, harmonischen Baustil und schlichte Verzierungen besticht. Besonders ansprechend ist die große Fensterrose über dem Bau- und Skulpturenkomplex im Eingangsbereich. Seine endgültige Ausdehnung und Gestalt erhielt Verona im 13. und 14. Jahrhundert unter der Herrschaft der Herren della Scala, deren Macht und Glanz die aufwändigen gotischen Grabmonumente und das hoch ummauerte Castelvecchio mit der zinnenbewehrten Brücke dokumentieren.
Besonders sehenswert ist die langgestreckte Piazza delle Erbe,
das Zentrum der mittelalterlichen Stadtrepublik. Einer der schönsten Plätze Italiens, umstanden von Palästen, prächtigen Bürgerhäusern, Türmen. Und so lang, dass man hier damals Pferderennen veranstaltete. Im Zentrum thront über einem antiken Brunnenbecken eines der Wahrzeichen der Stadt: Die Statue der Madonna Verona
aus dem 14. Jahrhundert. In unmittelbarer Nachbarschaft von der Piazza delle Erbe befindet sich
die Piazza dei Signori, die von einer Dante-Statue in ihrem Zentrum beherrscht wird. Es ist ein ganz und gar aristokratischer Platz, mit Privatpalästen umbaut, der volkstümlich auch „Der Salon von Verona“
genannt wird. An der Ostseite steht der Regierungspalast aus dem 13. Jahrhundert. Hier regierte die Familie Scaliger die Stadt. Später herrschten dort die venezianischen Stadthalter, die das Bauwerk im 15. und 16. Jahrhundert zeitgemäß verändern und ausmalen ließen.
Ganz in der Nähe der Piazza dei Signori findet man auch das Haus der Julia,
Casa di Giulietta. Der berühmte Balkon in dem kleinen Innenhof, wo sich Romeo und Julia angeblich ewige Liebe schworen, zieht mit magischer Anziehungskraft jährlich ca. 2,5 Millionen Besucher an. Allerdings gab es für die Figuren in dem Schauspiel „Romeo und Julia“ von Shakespeare
keine historischen Vorbilder - geschweige denn einen Balkon. Dieser wurde - angeblich - von den Veronesern später als touristische Attraktion gebaut. Immerhin: Was heute als Haus der Julia zur Besichtigung angeboten wird, ist der Rest eines großen palastartigen Baues, der im 14. Jahrhundert tatsächlich im Besitz der Familie Capuleti war. Hätte Julia gelebt - dann ganz bestimmt in so einem Haus.
Quelle: Kundenmagazin FREIZEIT 04/2011, Autor: Greta Diederichs
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