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Jangtse - längster Fluss Asiens

von Hassan Abou El Wafa
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china jangtse
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Reise nach China zum längsten Fluss Asiens - dem Jangtse

Die Staumauern des Drei-Schluchten-Damms ist 185 Meter hoch und 2.309 Meter lang. Damit ist der Staudamm das weltgrößte Bauwerk dieser Art. Über 1.085 Quadratkilometer erstreckt sich die Wasseroberfläche und bedeckt ehemals fruchtbares land. die einen bedauern den Verlust - für die Schiffbarkeit jedoch ist das umstrittene Projekt ein Gewinn.

Erahren Sie mehr über den "gezähmten Drachen" und wie er das Leben seiner Anwohner bestimmt und beeinflusst!

Geburtshelfer einer Zivilisation

Der Jangtsekiang, oder offiziell Chang Jiang, entspringt bei 5.405 Metern über Meereshöhe im tibetischen Hochland aus einem Gletschertor. Das Schmelzwasser bahnt sich seinen Weg über 6.380 Kilometer, nimmt unterwegs fast tausend Zuflüsse auf und staut sich schließlich an einer gewaltigen Talsperre. Am Drei-Schluchten-Damm fällt der Fluss 113 Meter tief auf die Schaufelräder von 26 Turbinen, bevor er sich nördlich von Shanghai mit durchschnittlich 31.900 Kubikmetern pro Sekunde in den Pazifik ergießt. Eine Naturgewalt – und doch heißt er auf Chinesisch schlicht Chang Jiang, „Langer Fluss“

Flüsse sind Lebensadern. Was für Ägypten der Nil, für Indien der Ganges und für Europa die Donau war, bedeutete der Jangtsekiang für China: Nahrung, Wasserversorgung, Handelsroute. Wie der Mekong und der Saluen entspringt er auf dem Dach der Welt – in den eisigen Gletschern des Himalaya. Parallel zu den anderen zwei Flüssen schneidet er sich tief in die Felswände ein, knapp 1.500 Kilometer weit. Dann, zu Chinas Glück, schlägt er einen Haken nach Nordosten und verfolgt seinen Kurs bis zum Ostchinesischen Meer.

Ohne diese glückliche Wendung wäre Chinas Geschichte anders verlaufen. Durch sie aber wurde der „Lange Fluss“ zur bedeutendsten Verkehrsroute zum Wachstumsgarant für Shanghai und verantwortlich für die geographische Teilung des ganzen Landes in eine Nord- und eine Südhälfte. Auch war der Fluss Schauplatz bedeutender historischer Ereignisse: Auf dem „Langen Marsch“ überquerten Mao und seine Leute 1936 den Jangtsekiang genau an dieser Kurve. Die Biegung von Shigu ist, wie der Reisejournalist Michael Palin sie nennt, der berühmteste U-Turn Chinas. Doch unbeeindruckt von seiner Bedeutung zieht der Strom gelassen weiter, bevor er sich rauschend und schäumend in die Tiger-Sprung-Schlucht stürzt.

Die Legende von Shangri-La

Der Jangtsekiang durchströmt nun das Grenzland zwischen Yunnan und Sichuan. Irgendwo da muss es doch sein: das sagenhafte Tal ewiger Jugend und Glückseligkeit, von James Hilton in seinem Roman „Der verlorene Horizont“ beschrieben. Die Protagonisten überleben ein Flugzeugunglück irgendwo im Himalaya, treffen auf hilfsbereite Einheimische und finden sich unversehens in einem irdischen Paradies, Shangri-La wieder. Der Boden ist hier fruchtbar, die Vegetation üppig, die Menschen von nie gesehener innerer und äußerer Schönheit. Die Bewohner dieses Tals leben lange, bis zu dreihundert Jahre, und ihr ganzes Trachten zielt nur darauf, ihre Mitmenschen glücklich zu machen. Selbst die Einheimischen erreichen zum Teil ein respektables Alter, wovon die Straße der Hundertjährigen Zeugnis ablegt. Doch es gibt außer Lijiang zahllose andere Regionen, in denen man sich gerne mit dem legendären Namen schmücken möchte. Die Zhongdian-Region hat sich 2001 offiziell in Shangri-La umtaufen lassen.

zweite Hauptstadt und stadt der geister

Erst ab Yibin, wo der Min Jiang einen mächtigen Zustrom bildet, ist der Jangtsekiang schiffbar. Ausgangspunkt der klassischen Flusskreuzfahrt, die westlichen Reisenden zumeist angeboten wird, ist jedoch erst Chongqing. Die Millionenmetropole liegt weitere 400 Kilometer flussabwärts und war während des Zweiten Weltkrieges Chinas provisorische Hauptstadt. Mit 30 Millionen Einwohnern in ihrem Einzugsbereich gilt sie als die größte Stadt im Reich der Mitte; dennoch ist sie bei Touristen nahezu unbekannt. Das administrative Gebiet erstreckt sich auf einer Fläche, die der von Österreich entspricht. Auf einer Halbinsel zwischen den Handelslinien Jangtsekiang und Jialing erbaut, profitierte Chongqing überdies von seiner Lage im Roten Becken, der sogenannten „Reisschüssel Chinas“. Die Kernstadt ist ein Schmelztiegel von Kulturen und Ethnien aus allen Himmelsrichtungen des riesigen Reiches; darunter auch viele der durch den Staudamm heimatlos gewordenen Menschen. Breite Boulevards, kleine Parks und eine babylonische Bautätigkeit bieten pittoreske Bilder asiatischen Großstadtlebens. Ab hier schwimmt der Kreuzfahrttourismus auf der Erfolgswelle. Denn jenseits von Chongqing erstreckt sich durch den Rückstau des Drei-Schluchten-Dammes seit 2009 eine 660 Kilometer lange Seenlandschaft.

Bereits kurz unterhalb von Chongqing liegt Fengdu. Die alte Stadt ist eine von jenen, die den steigenden Fluten zum Opfer gefallen sind, und liegt heute 35 Meter unter dem Wasserspiegel. Auf dem gegenüberliegenden Südufer wurde für die 35.000 Bewohner eine neue, moderne Siedlung errichtet. Die eigentliche Sehenswürdigkeit jedoch ist eine Tempelanlage aus der schillernden Tang-Dynastie am Nordhang, zu der 620 Treppenstufen auf den Mount Ming hinaufführen. In diesen Wallfahrtsstätten für Konfuzianer, Buddhisten und Taoisten soll der Legende nach die Seele eines jeden Verstorbenen geprüft und im Falle des Versagens auf ihren Weg in die Hölle geschickt werden. Nicht umsonst trägt der Ort den Beinamen Yanwang, was „König der Unterwelt“ bedeutet. Furchterregend bemalte, plastische Figuren vermitteln einen Eindruck von dem, was einen im Jenseits erwartet. Jedoch kann man mit etwas Geschick die besten Voraussetzungen für seine Auferstehung schaffen. Zwei Brücken führen zunächst über den Blutfluss: die linke verspricht Glück und Gesundheit, die rechte Reichtum. Ehepaare, die sie Hand in Hand überschreiten, werden auch im nächsten Leben wieder vereint. Wer das Tor zur Hölle anschließend mit dem linken Fuß überschreitet, wird andersgeschlechtlich wiedergeboren. Die dritte Prüfung schließlich besteht in einem Balanceakt auf einem wackeligen Stein: Drei Sekunden heißt es durchzuhalten, sonst lässt das auf ein langes Sündenregister schließen.

Die drei Schluchten

Fengjie, die Stadt des weißen Kaisers, markiert den Eingang zu den drei Schluchten, die dem Damm und dem Stausee ihren Namen gaben. Die oberste davon, die Qutang-Schlucht, ist mit acht Kilometern zugleich die kürzeste. An ihrer breitesten Stelle liegen die Ufer, die bis zu 1.200 Meter aufragen, nur 150 Meter weit auseinander. Vom Deck eines Kreuzfahrtschiffes aus ergeben die schroffen Steilwände zu beiden Seiten ein faszinierendes Panorama. Dort, wo der Jangtsekiang das nächste Gebirge durchbricht, schließt sich die 44 Kilometer lange Wu-Schlucht, also Hexenschlucht, an. Jede Flussbiegung eröffnet Ausblicke, die an norwegische Fjorde erinnern. Einzelne Abschnitte der Klamm tragen so klangvolle Namen wie „Goldener-Panzer-und-Silberhelm-Schlucht“ oder „Eisensarg-Schlucht“ und werden nach dem Glauben der Einheimischen von fantastischen Wesen bewohnt. Heimstätte der Zwölf Schwestern, der namensgebenden Hexen, sind die oft bizarr geformten Gipfel des Wu-Gebirges, die zu beiden Seiten hoch aufragen.

Vom Rückstau ist natürlich nicht nur das Jangtsekiang-Tal betroffen, sondern auch das jedes Zustroms wie des Shennong-Flusses. Vor dem Bau der Talsperre waren diese Gewässer zu seicht, um als Ausflugsziel von Interesse zu sein. Mittlerweile jedoch können auch viele der Nebenarme vom Boot aus erkundet werden. Um den 60 Kilometer langen Shennong zu erforschen, steigt man zunächst in ein Motorboot um, später wird von Menschen gezogen, das sogenannte Treideln, wie zu alten Zeiten. Die Treidler gehören häufig noch immer zu der an diesem Fluss ansässigen Minderheit der Tujia. Die Longxia oder Drachenschlucht birgt ein interessantes Geheimnis: Hoch über dem Wasser befinden sich Höhlen in den Felswänden. In diesen hat vor 2.000 Jahren das Volk der Ba seine Toten in Särgen aus hohlen Baumstämmen bestattet – je weiter oben das Grab, desto ranghöher auch der Verstorbene. Bis heute ist unklar, wie sie es geschafft haben, die Baumstämme in diese Höhe zu transportieren.

Weiter flussabwärts zieht der Jangtsekiang durch die östlichste und längste der drei Schluchten, die Xiling-Schlucht. An ihrer engsten Stelle misst die Entfernung von Ufer zu Ufer gerade mal 80 Meter. Die Felswände sind hoch und steil; noch vor wenigen Jahren war dies der gefährlichste Abschnitt für die Schifffahrt: Strömungen, Untiefen und ständig wechselnde Sandbänke machten das Navigieren zum Vabanquespiel. Durch den Drei-Schluchten-Staudamm allerdings wurden diese Gefahren beseitigt.

Der gezähmte Drache

Diese Talsperre ist auch der letzte Höhepunkt – definitiv für Technikbegeisterte – der dreitägigen Reise flussabwärts, bevor das Schiff in Yichang seine Fahrgäste wieder entlässt. 185 Meter hoch. 2.309 Meter lang. An der Dammkrone acht Meter breit. In Zahlen ist der Drei-Schluchten-Damm kaum fassbar. Nur an klaren Tagen kann man vom Aussichtspunkt auf dem Tanziling-Hügel das andere Ende des Beton-Riegels erkennen, der den Flussdrachen bändigen soll. Steingewordener Größenwahn, dem 13 Städte und 1.500 Dörfer geopfert wurden und für den bis zum Jahr 2007 1,4 Millionen Menschen zum Teil unter Zwang umgesiedelt wurden – weitere vier Millionen werden in den nächsten zehn Jahren folgen müssen. Keine Überschwemmungen mehr, Schiffbarkeit jahrein jahraus, Stromversorgung für Millionen – das waren die Versprechungen der Regierung.

Mittlerweile sehen selbst Chinas Offizielle die Janusköpfigkeit des Projektes. Der Energiehunger des erwachenden Riesen jedoch ist unstillbar. Gerade Ballungsgebiete wie Shanghai am Mündungsgebiet des Jangtsekiang, das auf dem Weg ist, das Finanzzentrum des 21. Jahrhunderts zu werden, sind unersättlich. Vor diesem Hintergrund ist der Nutzen des Wasserkraftwerkes, das so viel Strom wie 16 leistungsstarke Atomkraftwerke erzeugen kann, unbestreitbar. Aber zu welchem Preis? Die Antwort auf diese Frage wird erst die Zukunft liefern können.

Quelle: Kundenmagazin FREIZEIT, Autor: Urs N. Jascht

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