Ein Pilgerpfad auf dem Erfolgsweg*

Urlaube sind meist Zeit-Reisen, und zwar in dem Sinne, dass auch sie dem strengen Diktat des Faktors Zeit unterliegen. Wir haben keine Zeit - auch nicht in den Ferien. Deswegen geht es in den Flieger. Land und Kultur werden so im Stundentakt ausgetauscht. Eben noch Nieselregen in Hamburg, vier Stunden später schon strahlender Sonnenschein in Marokko. Ein gemächliches Ankommen bleibt dabei zwischen Start und Zielflughafen buchstäblich auf der Strecke.

Fernwanderungen können hier ein anderes Herangehen an die freie Zeit sein. Man bestimmt selber mit den eigenen Füßen den Urlaubs-Rhythmus und erkundet die Region Schritt für Schritt. Spätestens seit dem „Kerkeling-Effekt“ entdecken immer mehr Deutsche dabei den Jakobsweg für sich - getreu dem Motto:

"Der Weg ist das Ziel"

„Ich bin dann mal weg“ erschien in Deutschland im Mai 2006. Der beliebte Entertainer Hape Kerkeling löste mit seinem Reisebericht über den Jakobsweg einen wahren Lauf auf den Pilgerweg in Nordspanien aus - der „Kerkeling- Effekt“ war geboren. 13.837 deutsche Wanderer registrierte das Pilgerbüro der Kathedrale in Santiago de Compostela vergangenes Jahr, welches der Zielpunkt des bis zu 800 Kilometer langen Pilgerweges ist. Das waren 71 Prozent mehr Deutsche als noch 2006. Insgesamt machten sich rund 114.000 Menschen auf den Weg, um zu Fuß zum Grab des heiligen Jakobus zu gelangen - ein Rekordwanderjahr. Ein ganzes Netz von Pilgerwegen durchzieht Europa, doch nur einer darf sich offiziell „Camino de Santiago“ (Camino Francés) - Jakobsweg - nennen. Diese hochmittelalterliche Hauptverkehrsader Nordspaniens reicht von den Pyrenäen bis zum Jakobsgrab in Santiago de Compostela und verbindet die Königsstädte Jaca, Pamplona, Estella, Burgos sowie León miteinander. Ein beliebter Startpunkt für Fernwanderer ist das französische Saint-Jean-Pied-de-Port. Ab hier liegen dann rund 600 Kilometer Fußweg vor dem Pilger.

Jakobsweg: seit 1993 Weltkulturerbe

Die 1993 zum UNESCO-Welterbe erklärte Route wird seit rund 1.000 Jahren mehr oder weniger stark bereist, und erlebte seit den 70er Jahren einen stetigen Aufschwung. 1982 besuchte Papst Johannes Paul II. Santiago de Compostela, 1987 erklärte der Europarat den Weg zum europäischen Kulturweg . Die Gründe, sich auf die anstrengende Reise zu machen, sind äußerst vielseitig. Einige pilgern, um die körperlichen und geistigen Grenzen auszuloten. Andere nutzen die Strecke, um etwa Schicksalsschläge zu verarbeiten oder sind auf der Suche nach Spiritualität . Ebenso findet man aber auch Menschen, die einfach nur Sehnsucht nach Natur und Stille verspüren oder lediglich dem derzeitigen Trend folgen. Wer sich auf den Weg macht, um zu Fuß zum Grab des Apostels Jakobus zu gelangen, verzichtet in der Regel auf den sonst üblichen Luxus im Urlaub. Mindestens 100 Kilometer zu Fuß oder 200 Kilometer mit dem Fahrrad muss man auf dem traditionellen Weg der Jakobspilger zurücklegen, um an die begehrte Pilgerurkunde zu gelangen. Denn diese erhält im Pilgerbüro des Zielortes Santiago de Compostela nur derjenige, der sich zuvor in Pilgerherbergen, Klöstern und Kirchen auf dem Jakobsweg seinen Pilgerpass hat abstempeln lassen.

"Immer weiter, immer vorwärts" (Mittelalterlicher Pilgergruß)

Den Pass, "Credencial de peregrino", erhält man auf den ersten Stationen des Camino oder schon vor der Anreise von einer der Jakobusbruderschaften, etwa bei der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft. Und wer „"richtig" pilgern will, der nutzt die zahlreichen Pilgerherbergen, die auf dem Weg liegen. Diese sind meist Massenquartiere, mit einfachen Versorgungs- und Waschmöglichkeiten - oftmals durch Spenden finanziert. In der Regel ist der Aufenthalt, der einem nur mit einem Pilgerpass gewährt wird, auf nur eine Nacht beschränkt, dann muss der Schlafplatz für den nächsten müden Wanderer geräumt werden. Zeit, Erfahrungen zu sammeln, hat man unterwegs genug, denn je nach Route ist man vier bis sechs Wochen unterwegs. Zahlreiche Reiseveranstalter bieten aber auch acht bis 14-tägige Trips jenseits des Massentourismus an.

Besichtigung des "Hühnerwunders" & andere Touren

So ist man mit Dr. Tigges beispielsweise zehn Tage unterwegs. Los geht es hier in Bilbao, wo das Guggenheim-Museum besichtigt wird. Im weiteren Verlauf der Reise geht es unter anderem an den Fuß der Pyrenäen. Besichtigungen mehrerer Klöster und Kirchen stehen hier auf der Tagesordnung. Weiter geht es durch Najera und Santo Domingo de la Cazada, deren Kathedrale durch das sogenannte „Hühnerwunder“ bekannt geworden ist.

Während der Reise gibt es auch Gelegenheit, altkastilische Landschaften kennen zu lernen. So wird etwa in dem am Jakobsweg liegenden Städtchen Covarrubias Halt gemacht. Die Bekanntschaft mit einer gotischen Schönheit machen die Reisenden dann in Burgos, steht dort doch eine mächtige Kathedrale, deren Portal aus dem 13. Jahrhundert als eines der besten Beispiele für gotische Architektur gilt.

Das Antoniterkonvent bei Castrojeriz ist am sechsten Tag der Tour Zielpunkt einer kurzen Wanderung auf dem Jakobsweg. Mittelalterliche Glasmalerei und die romanischen Fresken im Panteón de los Reyes sind die Höhepunkte in der Königsstadt León.

Der Endpunkt der Reise ist auch das Ziel der regulären, zu Fuß reisenden Pilger: Santiago de Compostela, deren Altstadt aus Granit gebaut und die zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde.

Auch bei Studiosus bekommt der Teilzeitwanderer in 14 Tagen eine Menge geboten: Die Wanderungen dauern hier in der Regel 1,5 bis 3,5 Stunden, beinhalten mehrere Strecken auf dem Jakobsweg, durch die weite Landschaft Navarras, in der Sierra de Mamblas und auch durch die Getreidefelder der Meseta. Santiago de Compostela mit seinen Granithäusern und der mittelalterlichen Jakobuskathedrale bildet vorerst den Abschluss der Tour, bevor es am Ende in Galicien noch einen Ausflug zum rund 60 Kilometer entfernten „Kap Finisterre“ gibt.

Das „Ende der Welt“, so die wörtliche Übersetzung, ist für die Pilger das wahre Ende ihrer Reise. Einige versuchen sogar, hier eine echte Jakobsmuschel aus dem Meer zu fischen. Schließlich ist sie das Symbol für die Pilgerschaft und das Erkennungszeichen des heiligen Jakobus.

Gebeco komprimiert die Wanderung, die sonst bis zu sechs Wochen dauern kann, für seine Kunden auf acht Tage. Wichtige Stationen sind hier unter anderem Strecken am Pyrenäen Pass von Roncevalles, Pamplona mit seiner Stierkampfarena oder das Weinanbaugebiet Rioja.

Wollen auch Sie den Jakobsweg erkunden? Mehr Informationen erhalten Sie bei uns im TUI ReiseCenter Dresden.

*Nachzulesen auch in der FREIZEIT, Deutschlands großes TV-Urlaubsmagazin von TUI ReiseCenter Ausgabe 04/08

 

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