Eine Kulturmetropole mit Schmäh

Die Hauptstadt Österreichs verbindet auf einzigartige Weise historisches Flair mit moderner Avantgarde: Wie in einem riesigem Freilichtmuseum gibt es vor allem für Architekturfans viel zu entdecken. Von der romanischen Ruprechtskirche, der ersten Wiener Pfarrkirche, bis zum Hundertwasserhaus schmücken zahlreiche Meisterwerke aus diversen Epochen die Stadt. Aus gutem Grund zählen die gesamte Altstadt und das Schloss Schönbrunn zum UNESCO-Weltkurerbe.

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Am Schnittpunkt uralter Handelsrouten gelegen, blickt Wien auf viele Jahrhunderte als wirtschaftliche, politische und kulturelle Metropole zurück. 1683 widersetzte sich Wien erfolgreich der Belagerung durch die Türken. In der Folge wurde das Osmanische Reich immer weiter nach Osten zurückgedrängt, Wien gewann an Einfluss und erlebte eine kulturelle Blütezeit. Zahlreiche prachtvolle Adelspaläste und repräsentative Barockbauten zeugen von der damaligen Aufbruchsstimmung. Die schmucken Paläste und Monumentalbauten an der mehr als fünf Kilometer langen Ringstraße entstanden nach der Schleifung der Stadtmauer ab 1858. Der "Ringstraßenstil", die Wiener Variante des Historismus, prägte die Architektur der Stadt auf Jahrzehnte hinaus.

Um 1900 erlebte die Donaumetropole mit der "Wiener Moderne" eine weitere kulturelle Blüte. Die Künstlervereinigung Secession machte Wien zu einem der wichtigsten Zentren des Jugendstils. Zu den herausragenden Zeugnissen der Jugendstilarchitektur in Wien gehören das Ausstellungsgebäude der Wiener Secession, die Kirche am Steinhof und die Stadtbahnstation Karlsplatz. Berühmte Werke von Gustav Klimt und Egon Schiele sind im Belvedere und im Leopold-Museum zu bewundern.

Aktivitäten

Mit seinen mehr als 300 Museen und Sammlungen stellt Wien Kulturliebhaber vor die Qual der Wahl. Leichter fällt die Entscheidung für eine Fahrt mit dem mehr als hundert Jahre alten Riesenrad auf dem "Wurstelprater", dem nostalgischen Rummelplatz in Wiens größter Parkanlage. Außerdem ein Muss für Wien-Reisende: das bunte Treiben auf dem Naschmarkt an der Wienzeile, dem größten und schönsten Markt der Stadt.

 

Belvedere

Wer schon immer einmal Gustav Klimts berühmtes Gemälde "Der Kuss" im Original betrachten wollte, sollte dem Schloss Belvedere unbedingt einen Besuch abstatten. Oberes und Unteres Belvedere bilden zusammen mit einem Terrassen-Garten die berühmte Schlossanlage im Bezirk Landstraße. Das Obere Belvedere war zunächst nur als Abschlussgebäude zur Gartenanlage geplant, diente dem Prinzen jedoch später als Sommerresidenz und repräsentative Räumlichkeit. Heute bilden die beiden Bauten zusammen die Österreichische Galerie Belvedere, in der es neben der sehenswerten Klimt-Sammlung Kunstwerke unterschiedlicher Epochen, von Mittelalter über das Barock bis ins 21. Jh. zu besichtigen gibt.

Hofburg

Auf den Spuren der Habsburger
Nicht nur für Sissi-Fans ist die Wiener Hofburg ein Muss. In der ehemaligen Residenz der populären Kaiserin Elisabeth und ihres Ehemannes Franz Joseph I. gibt es drei Museen, die zahlreiche Schätze der österreichischen Geschichte beherbergen. Den unzähligen eindrucksvollen Bauten zum Trotz sind uns bleiben die Kaiserappartements, das Sissi-Museum und die Silberkammer die Besuchermagneten schlechthin. In den originalgetreu eingerichteten Räumen hat man das Gefühl, Kaiserin Elisabeth könnte jederzeit in Begleitung ihrer Hofdamen um die Ecke biegen.

Spanische Hofreitschule

Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde - das gilt erst recht für die Lipizzaner-Hengste der Spanischen Hofreitschule! Das traditionsreiche Institut blickt auf eine mehr als 400-jährige Geschichte zurück. In der prächtigen, für neugierige Pferdenarren öffentlich zugänglichen, weißen Barockhalle beweisen Lipizzaner-Hengste, dass sie sorgfältig nach der klassischen Reitkunst ausgebildet wurden. Bis die edlen Tiere die verschiedenen Lektionen der "Hohen Schule", wie z.B. den Pas de deux oder die Große Schulquadrille mit acht Hengsten fehlerfrei beherrschen, durchlaufen sie zusammen mit ihren Reitern einen jahrelangen Lernprozess.

Tausendsassa Hundertwasser

Das Hundertwasser-Haus ist eines der außergewöhnlichsten Bauwerke Wiens. Zwischen 1983 und 1985 erschufen der Künstler Friedensreich Hundertwasser und der Architekt Joseph Krawina die Wohnhausanlage in der Kegelgasse 34-38 im Wiener Gemeindebezirk Landstraße. Wie ein buntes Märchenschloss wirkt das verspielte Gebäude neben den historischen und modernen Bauwerken der Stadt - das Bedürfnis nach Harmonie, Individualität und Menschlichkeit soll sich in den bunten Fassaden widerspiegeln.
 

Ausgehen

Die Wiener Theaterszene besitzt mit dem Burgtheater und der Staatsoper gleich zwei Spielstätten von Weltruf. Die Wiener Philharmoniker gelten als eines der besten Orchester Europas. Auch Musical-Freunde können aus einem hochwertigen Angebot wählen.

Wer das echte Wien erleben möchte, sollte in einem Kaffeehaus ein Stück Sachertorte mit Schlagobers genießen. Auch auf der Speisekarte traditioneller Gasthäuser und Restaurants hat die Donaumonarchie deutliche Spuren hinterlassen. Die Wiener Küche ist geprägt von den vielfältigen Einflüssen des einstigen Vielvölkerstaates: Knödeln und Mehlspeisen wie Palatschinken aus Böhmen, Gulasch aus Ungarn und vieles mehr, doch auch ein perfekt zubereitetes Wiener Schnitzel ist ein echter Genuss.

Nachtschwärmer haben in Wien die Qual der Wahl. Unzählige Bars und Clubs, ob im "Bermudadreieck" im ersten Bezirk, im Museumsquartier und anderswo bieten für jeden Geschmack etwas.

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