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Äthiopien mit Marco Polo und Studiosus

Äthiopien
von Philip Wolf
erstellt am
14.05.2018

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Äthiopien mit Marco Polo und Studiosus

Stationen der Rundreise:
  • Addis Abeba
  • Aksum
  • Bahir Dar
  • Addis Abeba
  • Debre Berhan
  • Gondar
  • Lalibela
  • Dire Dawa

Im Frühjahr 2018 war ich für Euch mit Studiosus und Marco Polo Reisen in Äthiopien.

Auch für langjährige Touristiker und Reisebüroleute ist das Land wirklich kein alltägliches Ziel und da ist man natürlich gespannt, was einen erwartet, oder eben auch n i c h t erwartet.

Äthiopien? Ja Mhm Afrika, Hungersnöte, Bürgerkrieg, Revolutionen und die obligatorische Armut sind bei den Meisten wohl die ersten Assoziationen, die man im Kopf hat. Mit ein bisschen Glück folgt darauf dann noch Kaffee, ein ziemlich altes, süd-semitisch geprägtes Christentum und ein paar respektable militärische Auseinandersetzungen, die die Äthiopier jedes Mal gewannen, sodass es sich bei dem Land um den einzigen Staat in Afrika handelt, der nie kolonialisiert wurde.

Aber der Reihe nach.

Bevor man sich in eine Studienreise stürzt, liest man sich ja in aller Regel die Programmbeschreibung des Veranstalters durch und recherchiert äußerst gewissenhaft die gesicherten Fakten, auf Deutsch -> man googelt ein paar Minuten und liest vielleicht ein wenig auf Wikipedia herum. Äthiopien befindet sich also in Ostafrika, hat etwas mehr als 100 Millionen Einwohner, ist im Human Development Index des Jahres 2017 auf Platz 174 (von 188 untersuchten Ländern) gelandet, aber dafür hat man es beim Demokratieindex wenigstens auf Platz 124 (von 167) geschafft.

Große Teile des Landes befinden sich auf 2000+x Metern Höhe, es gibt ausgeprägte Dürreperioden, in den letzten 50 Jahren war man sowohl Monarchie, als auch Sozialistischer Staat, oder auch Militärdiktatur. Regierungswechsel heißt meistens Putsch, Revolution, Bürgerkrieg, oder wenigstens aber Rücktritt der Regierenden. Na hey, das klingt doch super!

Und trotzdem gibt es ja Reisen dorthin, warum also?

Aber der Reihe nach 2.0

Am Frankfurter Flughafen angekommen heißt es Einchecken bei der Ethiopian Airlines. Ethiopian Airlines? Ja, von denen hat man irgendwie schonmal gehört, Drehkreuz in Addis Adeba, zweitgrößte Fluggesellschaft in Afrika, Expansion und großer Flottenzuwachs, ja klingt nicht schlecht und wie ist sie so?

Ziemlich gut tatsächlich, nach Addis hat uns ein brandneuer Airbus 350 befördert, ein sagenhaft ruhiges und modernes Flugzeug, an Bord gab es schmackhafte Mahlzeiten, äthiopisches Bier und freundlichen Service, von Minute zu Minute wird man also neugieriger, ob die Menschen in Äthiopien auch so freundlich sind, wie bei der Staatsfluggesellschaft. Am Flughafen in Addis folgt dann erstmal ein leichter Dämpfer: Passkontrolle und Visaeinsicht. Ja, sowas gibts noch und ja: auch als Deutscher. In einer riesigen Halle warten hunderte Menschen auf ihre Einreise, mittelmäßig gelaunte Beamte kontrollieren die Reisenden sorgfältig. Tja, so habe ich mir das nicht vorgestellt mit den großen Schlangen in Afrika. Aber nach einer moderat-nervigen Wartezeit war man dann plötzlich doch eingereist, juhu!

Als unsere Gruppe dann vollzählig war empfing uns unser Reiseleiter Dr. Frank Donath mit bester Laune am Ausgang und erklärte uns, was uns als Nächstes erwartet. (Spoiler: Keine Schlangen)

Nach den 7 Stunden Nachtflug und anderthalbstündiger Einreise durften wir uns erstmal bei Croissants und Espresso im Café La Parisienne stärken. Ein Kaffeehaus nach französischem Vorbild im Geschäfts und Bankenviertel von Addis und wirklich ein sonderbarer Kulturschock, wenn man grade erst in einer der Ostafrikanischen Metropolen schlechthin gelandet ist. Aber egal: Das Wichtigste ist ja, dass man seinen Kaffee bekommt und der schmeckte auch.

Anschließend ging es weiter in die Dreifaltigkeitskirche, wo der Sarkophag vom letzten äthiopischen Kaiser, dem legendären und sagenumwobenen Lion of Judah, Haile Selassie steht. Danach fuhren wir ins Nationalmuseum, um einen Blick auf Lucy werfen zu können bei Lucy handelt es sich um das Skelett einer ca. 3,2 Millionen Jahre alten Australopithecus Frau, oder wie man auch sagen könnte: eurer (neunhundertzweiundsiebzigtausendfachen) Uroma. Hinterher haben wir uns auch noch den Palast des Kaisers Selassie angeschaut, was sich definitiv lohnt, wenn man Interesse an Architektur, klassischen Bädern, Uniformen und Geschichte hat. Also zweifelsohne ein ereignisreicher Tag, aber so sind Studienreisen ja auch im Idealfall.

Am nächsten Morgen geht es dann nach Axum, die antike Hauptstadt befindet sich knapp 1000 Kilometer nördlich von Addis, was etwa 20 Stunden Fahrtzeit mit dem Bus bedeutet. Zum Glück war Studiosus so nett uns vorab einen Flug zu buchen, dadurch verkürzte sich unsere Reisezeit um etwa 18,5 Stunden auf 90 Minuten, Danke an dieser Stelle nach München!

Essen ist wichtig.

Gelandet und hungrig legen wir einen Stopp in einem klassischen Mittagslokal ein, die äthiopische Küche ist sehr vielfältig und aufgrund der isolierten Lage des Landes in den Bergen auch ziemlich speziell. Die wichtigsten Bestandteile der Küche sind das Injera Brot, welches aus Teffmehl gebacken wird und leicht säuerlich schmeckt und verschiedene Gewürze wie z.B. Berbere. Gegrillt wird oft und gern und würzig bis scharf darf es auch gerne sein. Allein für Gerichte wie Doro Wot lohnt es sich mal hinzufliegen und auch Vegetarier und Veganer dürften glücklich werden, da Linsengerichte aller Farben ebenfalls zu den ganz großen Stärken der Ostafrikanischen Küche gehören.

In Axum schauen wir uns die beeindruckenden und über 2000 Jahre alten Granitstelen und den von Mussolini gestohlenen Obelisken an, der erst 2005 wieder zurück nach Äthiopien gebracht wurde. Man rätselt, wie und womit die aus einem gigantischen Block bestehenden Granitstelen, die teilweise über 20 Meter hoch sind überhaupt aufgebaut bzw. transportiert wurden, manche sagen mit Elefanten, andere spekulieren über Rollensysteme, die endgültige Antwort steht aber noch aus. Im Anschluss besuchen wir noch die älteste Kirche Äthiopiens namens St. Maria von Zion und das Bad der Königin von Saba und erfahren, dass irgendwo im Bereich um Axum herum die Bundeslade verlorengegangen sein muss. Die Tragweite und das Alter der äthiopischen Zivilisation werden einem bei der Ansicht einer solchen faszinierenden und uralten Stadt langsam, aber sicher bewusst, aber wir befinden uns noch lange nicht am Ende unserer Reise.

Um die Anstrengungen ebenjener Reisen absorbieren zu können sind wir am Nachmittag zu einer klassischen äthiopischen Kaffeezeremonie eingeladen. Der Kaffeegenuss unterscheidet sich merklich vom modernen Coffee 2 Go (Nicht)Erlebnis der westlich-kapitalistischen Moderne. Der äthiopische Kaffee wird nämlich erst dann geröstet, wenn er auch verzehrt wird, diese etwas grobschlächtige Zubereitungsform mag unpraktisch wirken, sorgt allerdings dafür, dass der Kaffee ausgesprochen frisch und bekömmlich ist. Damit man ihn auch ganz sicher verträgt, isst man dazu noch frisch geröstetes Popcorn, das Feuer war ja ohnehin schon für die Kaffeebohnen entzündet. Eine tolle Sache!

Tag 3 bedeutet für uns einen weiteren Flug.

Früh am Morgen geht es wieder zum Airport in Axum, schaut Euch die tolle Flight Schedule an! und von dort aus weiter nach Lalibela. Lalibela dürfte manchen ein Begriff sein, da dort die berühmten Felsenkirchen stehen. Die Felsenkirchen wurden vor gut 800 Jahren errichtet und sind seit 1978 UNESCO Weltkulturerbe, im Gegensatz zu anderen Welterbestätten, wie z.B. der Zeche Zollverein sind die Felsenkirchen aber weiterhin im aktiven Betrieb, sodass man dort gleichermaßen Touristen und Pilger treffen kann. Wer mal in Jerusalem war, kennt das Gefühl: irgendwann im Laufe des Tages weiss man gar nicht mehr so genau, wer nun Pilger, wer Tourist und wer beides davon ist. Was man danach jedoch weiss: Die eindrucksvollste Kirche des Felsenkirchenkomplexes ist die Bete Giyorgis, die man aus der Luft als Kreuz erkennen kann.

An dieser Stelle empfehle ich nun auch einen absoluten Lifehack, den ich vorher leider nicht kannte: Zieht dunkle Socken bei der Besichtigung der ein Dutzend Felsenkirchen an: durch den Roten Sand in den Felsgruben sehen eure hellen Socken innerhalb kürzester Zeit so aus als wärt ihr Fußballgötter vom Ascheplatz, Barfuß ist es sogar noch schlimmer und man könnte mit einer Garnele verwechselt werden.

Am nächsten Morgen muss glücklicherweise nicht gleich wieder geflogen werden, sondern es geht in das gebirgige Umland von Lalibela. Dort kann man nicht nur ausgezeichnet wandern, sondern auch die Yemrehana Kristos besichtigen. Bei ihr handelt es sich um eine Kirche, die in eine relativ große Berghöhle gebaut wurde. Da der Aufstieg zu ihr einigermaßen beschwerlich ist, gibt es dort nur wenige Touristen, dafür aber besonders stolze Priester, die einem gerne allerhand Reliquien zeigen. Überhaupt muss man feststellen, dass die Äthiopier sehr herzlich und neugierig sind. Tourismus fand dort in den letzten Jahrzehnten nur in unregelmäßigen Abständen statt und man hat das Gefühl, dass sich viele Äthiopierinnen und Äthiopier unheimlich freuen, dass doch mal jemand vorbeikommt.

Nach dem Auf- und Abstieg probieren wir weiter die Gerichte der äthiopischen Küche und fahren im Anschluss zurück ins staubige Lalibela.

Am nächsten Morgen besuchen wir mit unseren Guides eine weiterführende Schule in Lalibela, man kann sie am ehesten mit einer High School bzw. einem Gymnasium vergleichen. Von außen betrachtet schienen die Lehrkräfte vergleichsweise fähig, wir sprachen zum Beispiel mit Englischlehrerinnen, die Materialien (z.B. Bücher) sind aber stark veraltet und das Schulgebäude in desolatem Zustand, es geht also offenbar doch noch schlimmer als im Ruhrgebiet. Nach einem Gespräch mit dem Schulrektor erfahren wir noch weitere Fakten über das äthiopische Bildungssystem und sind uns einig, dass dieser Ausflug definitiv wichtig war, um den äthiopischen Seiltanz zwischen Ambition und widrigen Umständen besser zu verstehen.

Alte Hauptstadt, schöne Hauptstadt

Der nächste Teil unserer Reise bringt uns nach Gondar, der alten Kaiserresidenz und Hauptstadt im 17. Bis 19. Jahrhundert. Die Stadt hat in mehrfacher Hinsicht großes Glück Sie liegt mitten in einer wunderschönen Landschaft, ihre altertümlichen Paläste sind gut erhalten und bis heute scheint das Prestige als Kaiserresidenz nachzuwirken. Es ist eine vergleichsweise wohlhabende Stadt, es ist sauberer als in der Millionenmetropole Adis und überhaupt hat man das Gefühl, als sei das quirlige und gute Leben hier mit den Händen zu greifen.

Neben dem Kloster Debre Berhan, mit den eindrucksvollen Deckenfresken, schauen wir uns auch die Residenz des Kaisers Fasilides an. Gegen Abend genießen wir dann nochmal die traumhaft leckeren Doros der äthiopischen Küche, diesmal im legendären The Four Sisters Restaurant, dem besten Restaurant der Stadt. Nach einem Abend voller Tanz, Tesch-Wein und Linsengerichten lassen wir es uns in der warmen Abendluft draußen gutgehen. Nach wenigen Minuten spricht mich ein junger Mann an, der so aussieht als hätte er eine Berufsausbildung am Rheinischen Platz oder der Konstabler Wache gemacht und fragt, ob ich ihm nicht die Blume der Rastas abkaufen wolle.

Zum Glück verstehe ich solche Metaphern nie so ganz und freue mich schlicht über die Tatsache, dass ich dann doch noch mit der Rastafari-Kultur vertraut gemacht wurde, die ja auch eine durchaus relevante Rolle in Äthiopien spielt.

Neuer Tag, neue Stadt

Irgendwann hat man so oft die Stadt gewechselt, dass man sich daran gewöhnt.

Diesmal ganz neu ist allerdings die Weiterreise mit dem Bus, bislang war die Ethiopian Airlines ja das Transportmittel unserer Wahl, da der Weg von Gondar nach Bahir Dar aber nicht so weit ist, fahren wir diesmal über die Landstraßen Äthiopiens. Während in Europa beide Wortteile des Begriffes Land & Straße gleichermaßen betont werden, hat man in Äthiopien ganz klar den Fokus aufs LAND und etwas weniger auf Straße, nunja immerhin sieht man dann auch mal die weiten Felder, die Flora und Fauna von Nahem und nicht nur aus der Luft.

Angekommen in Bahir Dar beziehen wir das Blue Nile Hotel, ein echter Hotspot der afrikanischen High Society und populäre Kulisse von so manchem Film, der dort am Ufer des Tana Sees gedreht wurde. Beim Tana See handelt es sich um das Reservoir des Blauen Nils, der ebenfalls eine absolut spektakuläre Sehenswürdigkeit ist, insbesondere die Tisisat Wasserfälle und die nahegelegenen Katarakte sind atemberaubend und das nicht erst wenn man hineinspringt.

Letzter Tag, Spirituelle Akkumulation

Nach nunmehr 9 Tagen Ostafrika heißt es bald Abschied nehmen von Äthiopien. Vorher wird nochmal alles aufgeboten, was dieses Land so einzigartig macht.

Mit dem Boot fahren wir über den Tanat See zum Kloster Ura Kidane Mehret, welches sich nur mit einem Aufstieg durch den uralten Wald erreichen lässt, dort angekommen besichtigen wir die einzigartigen Deckenmalereien und shoppen auf dem dortigen Markt, danach geht es wieder mit dem Boot zurück nach Bahir Dar und später dann zurück zum Flughafen in Addis Adeba, von wo aus wir nach Frankfurt zurückfliegen.

Machs gut Äthiopien.


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