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Curacao / Karibik

Curaçao
von Wolfgang Pähler
erstellt am
12.03.2015

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Curacao / Karibik

Sonntag, 4. Januar 2015 Wetterprognose: 28 Grad bei leichter Bewölkung

Bombini – Guten Tag, wie man sich hier begrüßt.

Curacao ist die größte und bedeutendste der ABC-Inseln. Hier leben 150.000 Einwohner aus über 60 Nationen, mit einzigartigen, bonbonbunten Kolonialbauten und versteckten, türkisfarbenen Buchten. Die Hauptstadt Willemstad hat ca. 125.000 Einwohner und wurde 1998 in die Unesco-Liste des Welterbes aufgenommen und wird gern als „Amsterdam der Karibik“ bezeichnet. Willemstad wird durch den Meeresarm Sint Annabaai, der tief in das Land reicht, und den Hafen „Schottegat“ in zwei Teile getrennt: Punda auf der östlichen Seite der Bucht, das eigentliche Herzstück der Stadt, und Otrabanda (auf deutsch: die andere Seite). Die sanft schaukelnde Königin-Emma-Brücke mit den bunten Fassaden der Handelskade im Hintergrund ist das beliebteste Fotomotiv der Stadt. Auf Pontons schwimmend, verbindet sie seit 1888 beide Stadtteile

Früher mussten alle Bürger Wegzoll bei der Benutzung zahlen, nur wer barfuß ging, durfte ohne Zahlung passieren. Heute sind nur Fußgänger zugelassen. Der Autoverkehr nutzt die sehr hohe Brücke, von der man einen Superblick auf die Stadt hat. Diese Brücke ist so hoch, dass auch kleinere Kreuzfahrtschiffe passieren können. Vor unseren Augen querte die Albatros in den Meeresarm und legte vor der Brücke an.

Wie kam es nun zu den bunten Häusern, die heute das Fotomotiv sind? Vor hundert Jahren störte den Gouverneur der üblicherweise weiße Anstrich. In Verbindung mit dem hellen Sonnenlicht stach ihn die weiße Farbe derart in die Augen, dass er ein Gesetz erließ, dass jedes Haus in einer anderen Farbe gestrichen werden musste.

Die Hauseigentümer heute sind darüber nicht glücklich, denn die Wartung der Hausfassaden verschluckt einiges Geld: die Sonne greift in Kombination mit der salzhaltigen Luft und dem fast das gesamte Jahr über wehenden Wind die Fassaden stark an und erfordert häufige Farbreparatur, oft zweimal im Jahr.
Nun könnte man sich denken, dass man heute wieder auf den weniger sonnenanfälligen weißen Anstrich zurückwechseln könnte, aber weit gefehlt. Bei Renovierungen greifen die Behörden auf das Kataster zurück, in dem auch die Hausfarbe dokumentiert ist.

Bleiben wir ein wenig bei der Infrastruktur. Da der Boden fast nur aus Felsgestein besteht, ist es schwierig, tiefer in den Boden zu graben. Daher liegen die Wasserleitungen in nur ca. 10 cm Tiefe, mit dem Ergebnis, dass das Wasser stets lauwarm in den Häusern ankommt.
Wegen des Bodens gibt es auch keine Erdbestattungen. Üblich ist die Verbrennung und Bestattung der Urnen in Grabhäusern.

Asphaltierte Straßen außerhalb von Willemstad sind meist in schlechtem Zustand. Dennoch gibt es sehr viele PKWs, meist einfache, kleinere Autos, da die Höchstgeschwindigkeit 60 km/h beträgt. Der Zustand der vielen alten Personenwagen ist nicht toll, obwohl es einen TÜV gibt. Dieser prüft aber nur drei Dinge: Hupe, Scheibenwischer, Bremsen.
Bei unserer Stadtrundfahrt kamen wir auch an einem Blitzer vorbei. Unsere Reiseleiterin erzählte, dass dieser Blitzer nicht einen Tag funktioniert habe. Alle wussten das und hielten sich an keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Seit drei Wochen besitzt die Polizei aber ein neues, mobiles Blitzgerät und kassiert kräftig.
Alkohol am Steuer ist kein Problem; es wird nicht kontrolliert. Belegt ist auch, dass bei Verkehrskontrollen den Beamten Alkohol angeboten oder zugeprostet wurde und nichts passierte.

Curacao wurde 1499 von den Spaniern entdeckt. Es wurde Zentrum des Sklavenhandels in der Karibik. Gleichzeitig versuchten die Spanier, Obst und Gemüse aus Europa auf Curacao anzupflanzen.
Der Versuch mit Valencia-Orangen schlug fehl. Die Orangen blieben klein und die Schale war steinhart und dunkel, das Fruchtfleisch ungenießbar. Pfiffige Bauern kamen auf die Idee, die Schalen zu pressen und Likör aus dem gewonnenen farblosen Saft zu destillieren. So entstand der weltbekannte Curacao-Likör. Nun werdet ihr sagen, aber der ist doch blau. Ja, aufgrund von Marketing (den Begriff kannte man damals noch nicht, aber das Prinzip) färbten sie mit Lebensmittelfarbe den Likör blau. Warum blau? Wenn man die verschiedenen Blautöne des Meeres und des Himmels auf der Insel gesehen hat, dann erkennt man den Grund. Exportiert wird der Likör nicht, da die gewonnene Menge nur für den Eigenbedarf reicht.

Nach den Spaniern kamen die Holländer. Sie suchten Salz für ihre Heringsfänge und blieben bis heute. Daher ist Niederländisch die zweite Amtssprache neben Papiamento, einem Dialekt wie das Kreol auf den Kapverden. Weitere Amtssprache ist Englisch.

Was liefert die Insel den Menschen? Wasser muss durch Meerwasserentsalzungsanlagen gewonnen werden, der Boden ist für den Anbau der meisten Obst- und Gemüsesorten nicht fruchtbar genug. Kakteen wachsen in rauen Mengen. Cadushi-Kakteen sind so hart wie Holz und werden als Zäune gepflanzt. Eine Art ist ölhaltig, somit selbstfettend und muss nicht gepflegt werden. Aus dieser Kaktusart werden die Hämmer der Richter gefertigt, die man in vielen amerikanischen Filmen bewundern kann. (Nebenbei: Dushi heißt so viel wie Liebling, Sushi eher das Gegenteil)
Baumaterial liefert der Tafelberg, die höchste Erhebung auf Curacao, der aber langsam abgebaut wird. Aus dem Mix aus gebrannten, abgestorbenen Korallen und Aloevera entsteht ein Zement, der zum Hausbau verwendet wird.

Welche Tiere leben auf Curacao? Viele Vogelarten sind hier heimisch. Esel und Ziegen wurden durch die Spanier auf die Insel gebracht. Als sie Curacao verließen, wurden die Esel sich selbst überlassen. Heute leben sie wild und alle Versuche, sie wieder als Zugtiere zu nutzen, schlugen fehl. Außer diesen Tierarten findet man keine großen Tiere, sondern nur Echsen, angefangen von kleinen Salamandern bis hin zu Leguanen, die auf den Bäumen leben. Sie sind eine Spezialität der Insel: Grüne Hühnchen mit Kaktus, da Leguanfleisch ähnlich wie Hühnchen schmeckt.

Die Einwohner aller drei ABC-Inseln sind sehr freundlich und kontaktfreudig. So kann es vorkommen, dass sich zwei Autos begegnen, es wird bei offenem Fenster miteinander geplaudert und niemand in der Autoschlange beginnt zu hupen. – Man hat Zeit!
Das Leben fließt gemächlicher – bei Temperaturen um die 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von meist 80 Prozent kein Wunder. Mittags kann man es in der Sonne nicht gut aushalten. Daher beginnt Schule um 7 Uhr und endet in der Primarstufe um 13 Uhr. An den weiteren Schulformen verfügt man über Klimaanlagen.

Die Einwohner sind nicht nur freundlich, sondern auch sehr tolerant, auch in der Religion. Sie freuen sich, mehrere Religionen hier zu haben, denn somit hat man mehr Feiertage. Weihnachten und Silvester wird ausführlich gefeiert bis zum 4. Januar.

Danach beginnt erst wieder das Arbeitsleben, aber alle freuen sich auf Karneval, der hier zur gleichen Zeit und auf die gleiche Art wie in Europa und nicht wie in Brasilien gefeiert wird. In diesem Rahmen finden auch Wettbewerbe für Frauen im Po-Shaken statt. Dass man hier ein anderes Schönheitsideal pflegt, erkennt man auch an der Tatsache, dass es Pushups gibt, aber nicht für die Körperregion wie in Europa. Die letzte Aussage soll nicht diskriminierend wirken, sie entspricht der Realität.

Morgen geht es nach Bonaire und wir sind sehr gespannt.


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