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Im Land der Zipfelmützenhäuser

Italien
von Tanja Zander
erstellt am
22.07.2016

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Im Land der Zipfelmützenhäuser

Unterwegs im Land der Zipfelmützenhäuser

Der typische Duft des Südens nach Meer und mediterraner Vegetation empfängt uns, als wir ziemlich übernächtigt frühmorgens im süditalienischen Brindisi aus dem Flugzeug steigen. Da ein Teil unserer Gruppe erst nachmittags ankommt, holen wir am Hotelpool kurze Zeit später unsere fehlenden Stunden Schlaf nach. Durch den kühlen Nordostwind, der auch im Sommer meistens für sehr angenehme Temperaturen sorgt, unterschätzt man allerdings ziemlich die Wirkung der Sonne.

Zum Mittagessen treffen wir uns stilvoll im ehemaligen Kuhstallgewölbe der Masseria: selbstgemachte apulische Orecchiette (Öhrchennudeln) mit Tomaten und Mozzarella – diese typische apulische Spezialität bekamen wir diese Woche nicht nur einmal, aber hier schmeckte sie definitiv am besten.

Auf der adriatischen Seite Apuliens gibt es am Meer überwiegend Felsküste. Dafür schimmert das Meer hier in den schönsten Türkis- und Grüntönen. Bis zum Knie hab ich es ins Wasser geschafft, dann ist es mir aber doch zu viel „Eisbein-Feeling“….

Auf der Weiterfahrt erscheint vor uns ein Hügel mit einer Kuppe, die aussieht, als wäre sie mit Schnee bedeckt: Ostuni, auch die „weiße Stadt“ genannt. Unterhalb der mittelalterlichen Stadtmauer beginnt unsere Entdeckungstour durch die überwiegend autofreie, sehr gut erhaltene Altstadt mit ihrem Gewirr aus pittoresken Gassen und Treppen vorbei an typisch weiß gekalkten Häusern. Hätte uns unsere Reiseleitung nicht ermahnt, „keinen Blick in die Läden links und rechts zu werfen“, wären wir wahrscheinlich nachts noch nicht in unserer Osteria zum Essen angekommen.

Am nächsten Tag sind wir in der Region Basilikata unterwegs. Sie liegt in der „Beuge des Stiefels“ und wird im Osten vom Ionischen Meer und im Norden von Apulien begrenzt. Diese Region ist touristisch noch relativ unerschlossen. Ein Mietwagen ist hier notwendig, um zum einen die Metapontinische Ebene mit ihren Überresten an Dorischen Tempeln und ihren schönen, frei zugänglichen Sandstränden zu erforschen; zum anderen darf man sich auch das Hügelland von Matera nicht entgehen lassen. Aufgrund des milden Klimas sehen wir weite Felder mit Plantagen von Zitrusfrüchten und Weinreben, begrenzt von sattgrünen, mit gelben Blüten übersäten Ginsterbuschhecken und roten Mohnfeldern. An wildromantischen Schluchten vorbei kommen wir zu den Sassi von Matera. Die Sassi sind Wohnhöhlen mit lediglich einer Mauerwerkfassade, die eng an- und aufeinander gebaut und durch Treppen und Gassen miteinander verbunden sind. Seitlich der Schluchten sind durch sehr weichen Kalksandstein Naturhöhlen entstanden, die seit dem 7. Jahrhundert n. Chr. bis Mitte des letzten Jahrhunderts vor allem von den Armen der Region bewohnt wurden. 1993 wurde Matera zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Wir bummeln durch Materas Gassen mit kleinen Läden und zauberhaften Boutiquehotels, die in die Wohnhöhlen gebaut sind. Uns eröffnen sich immer wieder wunderschöne Ausblicke auf die darunterliegende Schlucht und die gegenüberliegende Hochebene.

Wieder in Apulien, nur wenige Kilometer von der Adriatischen Küste entfernt, dürfen wir zwei wunderschöne Hotels besichtigen:

Die Masseria Torre Coccaro ist ein ehemaliger Gutshof, umgeben von uralten Ölbäumen (der älteste soll ca. 3200 Jahre alt sein), über dessen charmant betonten Ecken und Winkeln ein Hauch von Luxus weht. Aus der unterirdischen Ölmühle wurde ein Festsaal gemacht und Obst, Kräuter und Gemüse kommen aus dem eigenen, weitläufigen Garten. Am Ende des Gartens stößt man auf eine große Holzterrasse, die mit einem großzügigen Pavillon überdacht ist. Hier hat man sofort unweigerlich das Bild einer typischen italienischen Hochzeitsfeier vor Augen.

Der Borgo Egnazia hingegen ist ein Dorf im „alten Stil“, welches erst vor ein paar Jahren erbaut wurde. Man fühlt sich fast in ein früheres Jahrhundert versetzt: Torbögen, Innenhöfe, Türmchen, verwinkelte Gässchen zwischen den einzelnen Häusern – sogar Pechnasen, Anbinderinge und Futtertröge findet man an manchen Häusern. Diverse Pools und Villen mit eigenem Garten und Privatpool dürfen aber auch nicht fehlen. In modernem Landhausstil hat der Architekt wirklich jedes Detail bis in den letzten Winkel durchgestyled. So ein luxuriöses Dorf ist auch prädestiniert für große Veranstaltungen: Justin Timberlake hat z.B. seine Hochzeit hier gefeiert. Wie sagte uns der Hotelmanager: „Wir machen alles außer Standard.“

Polignano a Mare – näher am, bzw. über dem Meer kann eine Stadt kaum gebaut sein. Direkt oberhalb der Felsküste, nur wenige Meter über dem Meeresspiegel, erhebt sich die Altstadt. Die eng aneinander gebauten Häuser mit dazwischen liegenden „Aussichtsbalkonen“ sehen aus, als wären sie an die Felsen geklebt. Gerne hätten wir das Restaurant besucht, dessen Terrasse knapp über dem Meer in eine Felshöhle gebaut wurde und nur über einen Aufzug von oben zugänglich ist. Nach kurzem Bummel durch die verwinkelten Gassen sitzt die ganze Gruppe einträchtig, das angeblich beste Eis Apuliens genießend, auf den Treppenstufen des Marktplatzes.

Mitten in Apulien sind wir endlich im Valle d’Itria unterwegs, dem Tal der Trulli. Hier in der Gegend „wachsen die Steine beim Umpflügen der Felder“ wie auf der Schwäbischen Alb nach. So wurden früher entlang der Felder nicht nur die vielen Steinmäuerchen errichtet, sondern auch die Trulli, Rundhäuser mit ihren für diese Gegend so typischen Zipfelmützendächern. Dies geschah zunächst aus finanziellen Gründen, da im 17. Jahrhundert auf mörtellose Steinhütten keine Steuern gezahlt werden musste. In dem sanft gewellten Hügelland wechseln sich Steineichenwälder mit weiten Getreidefeldern und vielen Pinien, Feigen-, Kirsch- und Olivenbäumen ab, die von Brombeer- und Ginsterhecken gesäumt werden. Man trifft immer wieder auf Ansammlungen von Trulli, benachbart von stattlichen Herrenhäusern, die heute oft zu stilvollen Hotels umgewandelt werden. Der touristische Höhepunkt ist hier sicherlich Alberobello, eine Stadt, die fast nur aus oftmals restaurierten Trulli besteht. Jedoch werden diese nur noch selten bewohnt. Ein Teil der Stadt ist mit seinen Gassen voller „Trulli-Läden und -Restaurants“ ausschließlich auf den Tourismus ausgerichtet. Im anderen Teil der Stadt wurden die Trulli teilweise zu charmanten, mit wenig Luxus, aber viel Flair ausgestatteten Ferienhäusern umgestaltet.

Bei der Weiterfahrt in den Süden Apuliens sehen wir unglaublich viele Olivenbäume – in ganz Apulien sollen es etwa 60 Millionen sein – gesäumt von immergrüner Macchia, so dass das Land auch im klimatisch sehr angenehmen Spätsommer/Herbst nicht „verbrannt“ aussieht. In der Gegend um Ugento, auch die „Karibik des Salento“ genannt, wird das Land am Ionischen Meer von kilometerlangen Sandstränden gesäumt.

An unserem heutigen Ziel, dem Robinson Club Apulia wuselt es nur so von Familien mit ihren Bambini – für mich der perfekte Ort für einen entspannten Familienurlaub: im sehr weitläufigen Areal mit großzügiger Gartenlandschaft bleiben für die Kleinen an Spielmöglichkeiten und für die Erwachsenen an Sportmöglichkeiten keine Wünsche offen. Nicht zuletzt am angrenzenden, sehr langen Sandstrand werden die letzten Wünsche nach Strandspaziergängen und Wassersport erfüllt. Während wir da sind, bringt der Scirocco viel warmen Wind und Wellen und eine ganz eigene Stimmung an den Strand mit viel „nebliger“ Gischt in der Luft.

Bei einem faszinierenden Besuch in einer Ölmühle wird uns gezeigt, wie Olivenöl hergestellt wird (bei diesen vielen Olivenbäumen stellt vermutlich fast jeder Apulier sein eigenes Olivenöl her). Anschließend lernen wir bei der Verkostung, dass das „echte und richtig gute“ Olivenöl mit der richtigen Technik gleichzeitig salzig, süß und scharf schmeckt. Der obligatorische Verkauf von Olivenöl in allen Geschmacksrichtungen und „verschönernder“ Kosmetika aus diesem wertvollen Öl darf natürlich nicht fehlen. Hoffentlich haben noch alle genügend Freigepäck übrig!

Mit einem Katamaran entdecken wir die Küste vom Wasser aus bis nach Santa Maria di Leuca, dem südlichsten Punkt Apuliens, wo sich das Adriatische und das Ionische Meer treffen. Wir fahren in Grotten, wie der „Drachenkopfhöhle“ oder der „Höhle der Verliebten“, aus der man von innen nach draußen die Felsen in Herzform sieht; der Sage nach soll man zu zweit reinschwimmen und zu dritt wieder rauskommen…

Auf der Fahrt nach Lecce bewundern wir die von Schluchten und Brücken unterbrochene Steilküste auf der adriatischen Seite. Vereinzelt sind Häuser und kleine Hotels mit garantiert gigantischer Aussicht in die Felsen gebaut. Von einer 25 Meter hohen Brücke springen besonders Mutige in die darunter liegende Schlucht, uns reicht schon der Blick runter in das doch sehr tief liegende Meer.

Durch die imposante Porta Napoli betreten wir die Altstadt von Lecce, die mit ihren vielen Häusern im Lecceser Barockstil beeindruckt. Andächtig stehen wir vor der Basilika Santa Croce, einem prächtigen Beispiel für den damaligen Baustil und die kunstvolle Verarbeitung des im Umland abgebauten weichen Tuffsteins. So können wir durchaus nachvollziehen, warum Lecce das „Florenz des Südens“ genannt wird. Von der Spitze des benachbarten Glockenturms kann man auf der einen Seite das Adriatische und auf der anderen Seite das Ionische Meer sehen. Beim anschließenden Stadtbummel erstehen wir noch ein paar Tüten Orecchiette (die wahrscheinlich nur hier, und dann vor allem handgemacht, so gut schmecken) und Tarallini, die leckeren, traditionellen Gebäckkringel aus Mehl, Weißwein und Olivenöl, die bei jedem Essen auf dem Tisch stehen.

Gut ausgerüstet mit reichhaltigem „Proviant“ an Olivenöl, Orecchiette, Tarallini und wunderschönen apulischen Bildern kann ich diesen touristisch noch relativ ruhigen „Absatz“ Italiens nur weiterempfehlen!


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