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Neuseeland: Manche Träume muss man sich erfüllen!

Neuseeland
von Susanne Ambronn
erstellt am
20.08.2019

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Neuseeland: Manche Träume muss man sich erfüllen!

Stationen der Rundreise:
  • Neuseeland

Kia Ora, herzlich Willkommen werden wir in Aotearoa, auf Deutsch das Land der langen weißen Wolken wie die Maori ihr Land liebevoll nennen, empfangen.

Wir sind in Christchurch gelandet und werden in den nächsten drei Wochen die Südinsel mit dem Wohnmobil erkunden. Die Einreiseformalitäten am Flughafen sind schnell erledigt und wir holen unseren Camper ab. Fast ganz neu und bestens ausgestattet erwartet uns unser neues Zuhause. Wunderbar ausgeschlafen geht es für uns am nächsten Tag in Richtung Norden. Die Fahrt führt uns durchs Landesinnere zum Lake Nelson National Park. Direkt am See übernachten wir und machen uns langsam mit dem Land vertraut. Sehr einsam ist es, es sind kaum Menschen unterwegs. Trotzdem ist von Stille keine Spur, die Vögel bringen sich in unglaublicher Lautstärke zur Geltung. Noch kennen wir sie nicht, aber das wird sich im Laufe unserer Reise bald ändern.

Für die nächsten Tage ist der Marlborough Sound ganz im Norden unser Ziel. Ein Labyrinth aus langen buchtenreichen Halbinseln, Inseln und Meeresarmen erwartet uns. Wir lassen uns mit dem Postschiff auf einer Insel absetzen und wandern auf dem Queen Charlotte Track, einem der bekanntesten Weitwanderwege. Abends nimmt uns das Postschiff an anderer Stelle wieder auf. Auf unserer Tour entdecken wir zum ersten Mal den Urwald, den es so nur in Neuseeland gibt. Seit sich Neuseeland vor 80 Millionen Jahre von Godwanaland löste, haben sich Pflanzen und Tiere ohne Kontakt zur Außenwelt entwickelt. Wir bestaunen die 20 Meter hohen Baumfarne, den undurchdringlichen und immergrünen Urwald und genießen den gigantischen Ausblick auf die vielen kleinen Inseln im tiefblauen Wasser.

Wir fahren weiter in den Abel Tasman National Park. Der Küste entlang folgt der Abel Tasman Coastel Track auf dem wir zwei Tage wandern werden. Die Rucksäcke sind gepackt mit Proviant, Isomatte und Schlafsack. Fasziniert geht es an der Küste entlang, die sonst nur noch mit dem Boot zu erreichen ist. Wir wandern über Sandstrände am Meer, Robben tummeln sich im Wasser und wir verstehen, warum dieser als einer der schönsten Tracks weltweit bezeichnet wird. Müde aber begeistert übernachten wir in einer Holzhütte, um am nächsten Tag unsere Tour hoch über der Golden Bay fortzusetzen.

Unsere Reise führt uns weiter an die raue Westküste. Hier schlägt das Wetter um, Sturm und Regen peitschen uns entgegen und so langsam kriecht auch die Kälte ins Wohnmobil. Vorbei geht es an Westport nach Punakaiki. Wir haben Glück, am nächsten Morgen scheint wieder die Sonne und wir besichtigen die Pancake Rocks. Durch den Prozess der Schichtverwitterung hat der Dolomite-Point-Kalkstein die Form von hoch aufgestapelten Pfannkuchen angenommen. Mit brüllendem Lärm schießt bei Flut das Meerwasser durch Aushöhlungen aus Spritzlöchern nach oben. Bizarre Felsformationen bieten Schutz für Vögel, die dieser rauen Naturgewalt trotzen. Wir nutzen den Nachmittag um den Punakaiki-Porari Loop zu gehen. Entlang der Kalksteinschlucht des Pororari River hinauf, über Hängebrücken weiter und am Punakaiki River nach unten. Atemberaubende Wildnis umschließt uns.

Weiter geht die Fahrt an Greymouth und Hokitika vorbei, immer direkt an der wilden Westküste entlang. Diese Städtchen sind im Goldrausch groß geworden, jetzt stehen die Goldminen und die Bergwerke, in denen einst Erze abgebaut wurden, still. Für Touristen wird Goldschürfen wie in alten Zeiten angeboten und manche Minen kann man besichtigen.

Am späten Nachmittag erreichen wir den Westland National Park. Hier reichen die Gletscher bis fast an die Küste heran, wir sind in den Neuseeländischen Alpen angekommen. Vorbei geht es am Franz-Josef-Gletscher zum Fox-Gletscher. Wir haben uns diesen Gletscher ausgesucht, weil da die Wanderung an den Gletscher interessanter ist und wir bis fast ans Eis herankommen. Es werden geführte Wandertouren durch Gletscherspalten angeboten, sensationelle Helikopterflüge und Eisklettern. Sehr beeindruckt, aber auch sehr betroffen, erkennen wir, wie sich auch hier der Klimawandel zeigt. Innerhalb den letzten 10 Jahren hat sich die Eismasse um 70% verringert.

Ein ganz besonderes Ziel in dieser Region ist Lake Matheson, ein See, den man auf ganz besondere Art umwandern kann. Die Sonne hat uns sehr früh morgens geweckt und für uns heißt es schnellstmöglich an diesen See zu gelangen. Es ist windstill, ganz glatt liegt der See in der Morgensonne. In ihm spiegelt sich der höchste Berg Neuseelands, der Mount Cook mit 3724 Metern Höhe. Glück gehabt, solche Bedingungen hat man nicht alle Tage, wir haben das Superfoto im Kasten.

Immer weiter nach Süden führt uns unsere Wegstrecke, wir erreichen die Stadt Wanaka am Lake Wanaka und danach das quirlige Queenstown. Hier wird alles an Outdoor-Aktivitäten angeboten, es gibt nichts, was sich hier nicht realisieren lässt. Die Städte sind voll mit Backpackern. Sie treffen sich zum Bungee-Jumping, Rafting oder Mountain Biken. Zu gerne hätten wir hier die eine oder andere Montainbike Tour in dieser herrlichen Kulisse gemacht, aber wir wollen aufs Boot im Doubtful Sound.

Gespannt auf einen unserer Höhepunkte dieser Reise erreichen wir Fjordland im Westen der Insel. Die Fjordlands sind Neuseelands respekteinflößende, größte und unzugänglichste Wildnis. Zerklüftet, gebirgig und dicht bewaldet taucht die Landschaft, von tief eingeschnittenen Fjorden durchzogen, vor uns auf. Ausgangspunkt für unsere Bootstour durch den Doubtful Sound ist Manapouri. Frühmorgens geht es mit dem Boot zuerst über den Lake Manapouri. Dann steigen wir um in einen Bus, der uns weiter über den Willmot Pass nach Deep Cove bringt, vorbei an wilden Orchideen und einer undurchdringlichen Wildnis. Hier gehen wir an Bord und werden den Tag durch den Doubtful Sound bis ans Meer fahren. Dieser Sound ist einer der Größten, seine Wildnis besteht aus zackigen Bergen, dichten Wäldern und donnernden Wasserfällen. Diese stürzen sich mit riesigen Wassermassen die Berghänge hinab, kein Wunder bei durchschnittlich 200 Regentagen im Jahr. Wir haben wieder einmal großes Glück gehabt, die Sonne brennt zwar nicht vom blauen Himmel, aber es ist trocken und wir können den ganzen Tag draußen an Bord verbringen. Delphine springen um unser Boot, Robben sonnen sich auf den Felsen und je weiter wir hinaus zum offenen Meer kommen, umso stürmischer wird es.

So langsam nähert sich unsere Reise dem Ende zu. Die Southlands werden wir nicht mehr sehen, das ist schade, denn auch hier bietet sich die Insel wieder von einer ganz anderen Seite. Grund genug für uns, auf alle Fälle wieder zu kommen. Lake Tekapo wird unser nächstes Ziel sein. Beeindruckt von seiner leuchtend türkisblauen Färbung lassen wir ganz gemütlich all unsere Eindrücke, die wir auf unserer langen Fahrt gesammelt haben, in uns wirken.

Unsere letzte Rast ist die Halbinsel Banks Peninsula, entstanden durchzwei gewaltige Vulkanausbrüche. In Akaroa besteigen wir nochmal ein Boot, um hinaus zu fahren, begleitet von Delphinen, Robben und kleinen Pinguinen. Hier nehmen wir Abschied von einem ganz besonderen Fleckchen Erde. Wir sind überwältig von der ursprünglichen Natur, den Naturgewalten und den überaus freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Nach 3000 Kilometern durch dieses Land sind wir voller Freude, uns diesen lang gehegten Traum verwirklicht zu haben. Nur den Kiwi haben wir nicht gesehen, das Wahrzeichen des Landes, ein Vogel, der nicht fliegen kann. Wir müssen wiederkommen!


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