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Reise zum Mittelpunkt der Erde - Island Januar 2015

Island
von Reisebüro am Rathaus GmbH
erstellt am
16.01.2015

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island 1


island - almannagja und hrafnagja
island - beleuchteter friedhof
island - dörfisch
island - gesehen an der tankstelle
island - strukkur
island - havariertes boot aus stahl nach wenigen tagen
island - räumfahrzeug und bus
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Reise zum Mittelpunkt der Erde - Island Januar 2015

Stationen der Rundreise:
  • Reykjavik
  • Keflavik
  • Stykkishólmur
  • Ólafsvík
  • Geysir
  • Thingvellir

Reise zum Mittelpunkt der Erde…
Island Januar 2015

„What the fuck is this???“
Dies war unser erster Eindruck von Island: wir verlassen das Flughafengebäude von Kevlavik, nehmen den „Flybus“ nach Reykjavik, müssen am Busbahnhof unser Gepäck durch Schneematsch, Sturm und Regengüsse in den Hotelbus umladen, und eine Amerikanerin, notdürftig durch ein um den Kopf gewickeltes Tuch geschützt, den Regen und den Wind im Gesicht, schimpft gegen all die Unbilden dieses neuen Terrains an: „What the fuck is this!“

Ja, sie hatte sich ihre Ankunft in einem „Winterwonderland“ am Polarkreis wohl
anders vorgestellt! Wir auch! Wir sind ja auf einem richtigen kleinen Kontinent gelandet, einem Kontinent, der sich durchaus so nennen darf, weil er noch wächst, weil er eine ganz andere Geologie und Pflanzenwelt als die umliegenden Gegenden hat, wie Grönland oder Scandinavien, und weil er durch seine vulkanische Entstehung und sein immer noch vulkanisches Wachstum sich so definieren kann. Außerdem gibt es hier zwei Völker: ein sichtbares, das sind die Menschen, und ein unsichtbares, das sind die Elfen und Zwerge.

Die Straße vom Flughafen Kevlavik nach Reykjavik müsste eigentlich keinen
Bogen machen, sie könnte schnurgerade in die Stadt führen. Es gibt aber
dennoch Kurven, nämlich um die Elfensiedlungen herum! Man merkte es daran,
dass dort im Lavafeld Elfen siedeln, dass beim Straßenbau die Bagger immer
wieder kaputt gingen. Die einzige Schlussfolgerung war: dort können nur Elfen
wohnen! Also machte man einen Bogen um sie herum und alle waren glücklich!
„Caution! Drive slowly! Crossing elves may occur!“

ISLAND, ein kleiner Kontinent, aber ein bemerkenswerter!
NATO-Gründungsmitglied, obwohl das Land keine eigene Armee besitzt und eine ganz wunderbare Definition in einer seiner Sagas für „Krieg“ gefunden hat: „Krieg – ein Unwetter der Waffen“. Gegründet von Auswanderern aus Norwegen, die es satt hatten, einem König zu
dienen und auch fürderhin nie mehr einen brauchten: sie hielten selbst Gerichtstag am „Allthing“ beim „Pingvellir“, einer imposanten Basaltsteinwand an der Südküste des Kontinents. Die Konflikte wurden diplomatisch auf Augenhöhe geregelt, was zwar auch manchmal blutig ausging, aber immer noch selbstbestimmter war, als die Knechtschaft unter einem König. Am Pingvellir 4 Fabelwesen verhinderten die Landung von norwegischen Invasoren in der Zukunft und beschützen die Unabhängigkeit Islands: Riese, Adler, Stier und Drache, wie man noch heute auf der 100-Kronen-Münze sehen kann. Ein Land, das nach der Landnahme um 900 n.Chr noch nie einen Krieg geführt hat, außer den Kabeljau-Krieg gegen England 1952 bis 1975, in dem es die Sicherung seiner Fischgründe auf die 200-Meilen-Zone ausdehnen konnte. Ein Land, das zum Schutz seiner Zukunft den Fischfang nicht mit Schleppnetzen betreibt, sondern mit kilometerlangen Leinen, an denen Köder hängen. So wird kein für die Fischerei „wertloser“ Beifang vernichtet und die Fischgründe können sich immer wieder regenerieren.

Ein kleiner Kontinent, der so viel Wärme aus dem Mittelpunkt der Erde kriegt, dass er die Böden der Fußgängerzone in der Hauptstadt heizen und eisfrei halten kann. Ein Land, das so neutral war, dass sich Michail Gorbatschow und Ronald Reagan 1986 im „Höfdi“-House, dem ehemaligen Gouverneurshaus, treffen konnten und über die Perestroika sprechen, ohne dass einer sein Gesicht verloren hätte. Neutrales Terrain, weil ohne Armee! Ein Kontinent, der durch die Lavamassen so unwegsam war, dass man Wege nach Schuhen benannte: „der 3-Schuh-Weg“ – ein Weg für den man 3 Paar Schuhe verbrauchte, bis man ihn hinter sich hatte (die Schuhe waren allerdings aus Fischhaut in Ermangelung von Leder und nicht so widerstandsfähig) und von „Berserkern“ (d. h. auf Norwegisch „starker Kämpfer“) Pfade durch die Lavawüste anlegen lassen musste. Ein Land, in dem ein Seil wichtiger war als ein Menschenleben und in dem auf den Diebstahl eines Seiles oder eines Pferdes eine größere Strafe stand als auf Mord (die Menschen können ja wieder nachwachsen, ein Seil aber ist ein teures Importprodukt!).

Lavafeld = isländisch „Hraun“ (gesprochen: hreun).
Ein Kontinent, dessen Himmelsgewölbe von vier Zwergen gehalten wird:
Nordrup – der Norden, Östri – der Osten, Vestri – der Westen, Südri – der Süden.

Und dessen Himmel bis jetzt noch niemandem auf den Kopf gefallen ist. Ja, das alles ist Island! Man kann natürlich auf diesem Kontinent auch verloren gehen. An den Straßen stehen elektronische Schilder, auf denen die Windgeschwindigkeit und die Außentemperatur angezeigt sind. Bei mehr als 27 m/sec Windgeschwindigkeit (ca. 100 km/h) dürfen die Busse nicht mehr fahren, weil sie sonst umgeworfen werden könnten. Die Tankstellen heißen auf dem Land „Orkan“ (nicht ohne Grund) und man bleibt schnell mal in einer Schneewehe stecken, wenn man denkt, man brauche für einen kleinen Pass keine Schneeketten aufzuziehen. „We got stuck in the middle of Iceland!“ Unser Busfahrer Omar meinte, nachdem wir erfolgreich von einer Profimaschine aus der Schneewehe herausgezogen worden waren: “So you had a real adventure in Iceland!” Daraufhin Petra trocken: „Oh my life is an adventure always!“ Und nachdem Omar das Gleiche am nächsten Tag beinahe nochmal passiert wäre: nämlich zu spät die Schneeketten aufzuziehen und wieder steckenzubleiben, kam der männerfeindliche Kommentar aus der Frauenecke: “Männer werden 3 Jahre alt, danach wachsen sie nur noch!“

Getting stuck in the middle of Iceland!

Island, eine Nation, die auf das Meer angewiesen ist. Sehr wichtig neben dem Fischfang war natürlich Holz. Es gibt auf der Insel heute nur noch Krüppelweiden und Krüppelbirken, nachdem in der Frühzeit der Besiedelung die Wälder schnell abgeholzt waren. Deshalb musste man Holz importieren oder ganz wichtig: Treibholz sammeln. Kein neues Haus für eine junge Familie ohne mächtigen Firstbalken, den man am Strand finden musste. Kein neues Boot für den Fischfang ohne Holz…oft genug zerschellten Boote in den wilden Wellen an den Klippen. Wer zuerst geeignetes Treibholz fand, konnte es markieren und für sich beanspruchen. Ein havariertes modernes Boot aus Stahl ist nach wenigen Tagen in den Wellen total deformiert.

Haltbarmachung von Fisch: Fisch wurde gleich nach dem Anlanden der Boote sofort weiterverarbeitet, ausgenommen, von Kopf und Flossen befreit und auf die Trockengestelle gelegt. Einsalzen war schwierig, weil es auf Island kaum Salz gibt und dieses ebenfalls ein Importprodukt ist (heute natürlich kein Problem mehr). So trocknete man den Fisch, um ein Lebensmittel für den Winter zu haben. Auch Walfang hat Island lange betrieben und war deswegen heftig in der Kritik der Weltöffentlichkeit. Wir müssen zugeben, dass Walfleisch essen auf jeden Fall leichter ist, als Wale beobachten! Kampfmontur beim „Whale watching“ in Grundarfjördur, einem kleinen Fischort im Westen Islands. Leider wurde mir, wie befürchtet, beim Auf- und Abrollen des Fischkutters dermaßen schlecht, dass ich, als das nette Mädel von der Crew vorbeikam, gerade noch fragen konnte:“If I get seesick, which side?“ Sie deutete auf 9 Uhr (wie es auf dem Schiff nach links in Fahrtrichtung heißt) und meinte „This side!“ Dann nahm ich meine Mütze ab, damit sie nicht beim Kotzen über die Reling fiel, zog die Handschuhe aus, um mich besser an der Reling festhalten zu können und fütterte die Fische. (Eine der Mitreisenden meinte, was ich durchaus als Kompliment auffasse: „Was für eine Selbstdisziplin!“) Gottseidank blieb mein schöner Burberrys-Schal verschont, der Wind war so stark, dass er das „Frühstück“ wegblies vom Schiff und von mir und den anderen.
Und eines ist auch klar: ich sage bei uns nie mehr etwas über das „Wetter“!

Wenn einer „Wetter“ erleben will, dann muss er es hier tun. Was wir „Wetter“ nennen, ist für Isländer reine Übertreibung! Was sonst noch zu sagen wäre: Island-Pullis kratzen! Und: Spikes für die Schuhe sind unabdingbar, denn meistens ist der Boden unter dem Schnee vereist! Und in der Einsamkeit der Landschaft, die im Winter oft in Schneeverwehungen erstickt und bei Windgeschwindigkeiten über 27m/sec den Kontakt zur Außenwelt verliert, stricken anscheinend Hausfrauen Mützen und Handschuhe und Socken, die sie dann in den ortsansässigen Tankstellen verkaufen, wenn die Straßen wieder freigeräumt sind.

Island-Pferde:
Keiner weiß so recht, ob man die Island-Pferde als „Pferde“ oder „Ponies“ bezeichnen soll. Die Schulterhöhe für „Pferde“ haben sie zwar, sie wirken aufgrund ihrer „putzigen Art“ aber wie Ponies. Island-Pferde sind zwar recht ausdauernd im Laufen, können aber über längerer Zeit keine großen Lasten, sprich „Reiter“ tragen. Deshalb führt man auf längeren Reitstrecken für jeden Reiter immer mehrere Pferde mit, damit der Reiter die Pferde wechseln kann. Es gibt ca. 60.000 Island-Pferde auf diesem kleinen Kontinent, und es dürfen keine Island-Pferde, die einmal zur Zucht ins Ausland gebracht worden sind oder für Reitwettbewerbe im Ausland starten, reimportiert werden. Wer ein Island-Pferd von der Insel wegbringt, muss es im Ausland verkaufen. So will man verhindern, dass Krankheiten eingeschleppt werden.
Das Island-Pferd kennt 4 Gangarten: Schritt, Trab, Tölt und Galopp. Man kann auch anderen Pferden das „Tölten“ beibringen, aber es scheint die natürliche Gangart des Island-Pferdes zu sein.

Namen:
Island ist patriarchalisch organisiert. Es gibt eigentlich keine Nachnamen. Wenn eine Tochter geboren wird, so erhält sie den Zusatz „dottír“, ein Sohn den Zusatz „sson“. Beispiel: der Vater heißt Felix, die Tochter dann „Ursula Felixdottír“, der Sohn „Sigúr Felixsson“…immer nach dem Vornamen des Vaters. Einfach, oder? Nur daß dann im Telefonbuch Massen von gleichen Namen stehen….aber die Isländer kommen schon damit zurecht. Bei der kleinen Bevölkerungsdichte kennt jeder die Verwandtschaft!
Foss = Wasserfall, Gullfoss = goldener Wasserfall, Geysir = Springquelle (der große Geysir gab diesem Naturphänomen auf der ganzen Welt den Namen), der „Strokkur“ = „Butterfass“
Baden im „Hot Pot“ Niemals hätte ich gedacht, daß dies so schön sein kann: Baden in den heißen Quellen, sei es in der „Blauen Lagune“ oder einfach auf dem Land in einem schönen heißen Lavabad. Die Isländer lieben das und ich inzwischen auch. Man braucht gar nicht viel tun: sich vorher gründlich abschrubben, dann rein in den Hot Pot und nichts denken, wenig sagen und entspannen, den kühlen Wind vom Gletschersee genießen und locker werden.
Die Isländer unterhalten sich im Hot Pot so: „Ha?“ (fragend) – „Ha!“ (nickend) - „ Ha, ha?“ (wirklich?)– „Ha, ha, ha!“ (bekräftigend).Manchmal sagt auch einer „Ja“ (gesprochen : Jau) oder „Nej“…dann ist eigentlich alles klar. Und hinterher kann man sich in der wundervoll praktischen Umkleide-Area auf Lavabänken die Haare föhnen, den (bereitgestellten) Conditioner benutzen, die Ohren mit (bereitgestellten) Q-Tips säubern, sich den Body mit (bereitgestellter) Bodylotion eincremen und sich richtig schön machen. Denn dann gibt’s
Büffet… Pilzcremesuppe, Arctic Char (eine Art Saibling), Cod (Kabeljau), Fish Stew (eine Art Püree aus gekochtem Fisch und Kartoffelwürfeln), Seafood-Suppe nach Art der „Rouille“
einheimisches Lammfleisch mit dem Duft von Kräutern Styr (Quark), Brennivin (einheimischer Schnaps, eine Art Aquavit – „der schwarze Tod“) Rose Wine (Rosé)
Was für ein bemerkenswerter Kontinent ….von Berlin nur 2.500 km Luftlinie mit WOW-Air entfernt!

Die Friedhöfe werden übrigens um die Weihnachtszeit beleuchtet und die Briefkästen um die gleiche Zeit wegen befürchteter Böller zugesperrt. Eine einheimische Tierart ist der Polarfuchs und wenn man Schnaps kaufen will, so sagt man: „zum Staat gehen“. Abschließend noch ein Witz unserer Religionswissenschaftlerin Ellen Lehner aus Schleiden, der zwar nichts mit Island zu tun hat, aber dennoch erwähnt werden soll, weil wir die isländischen Witze aufgrund der Sprachbarrieren leider nicht verstanden haben:
Maria, Jesus und der Heilige Geist wollen in Urlaub fahren. „Fahren wir doch nach Bethlehem.“ „Nein,“ sagt Maria, „da habe ich keine guten Erinnerungen, dort musste ich mein Kind in einem Stall zur Welt bringen!“ – „Fahren wir nach Jerusalem?“ –„Nein,“ sagt Jesus, „ da haben sie mich dermaßen schlecht behandelt, da will ich nie wieder hin!“ – „Fahren wir doch nach Rom!“ – „Oh, toll,“ sagt der Heilige Geist, „ da war ich noch nie!!!“

„Gullfoss“ – der goldene Wasserfall
Die Bauerntochter Sigridur Tomásdottír stellte ihren Vater Anfang des 20.Jhds. vor die Wahl: entweder der Wasserfall oder ich! Das geplante Wasserkraftwerk wurde nicht gebaut, der Wasserfall blieb erhalten und ist heute Teil des Naturschutzsparkes Gullfoss! Hier bei den Schluchten Almannagjá und Hrafnagjá driften die Kontinentalplatten von Amerika und Eurasien auseinander, jährlich um 8 mm!

Vielen Dank an Ursula Lauterbach für diesen tollen Bericht!


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