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Weinreise durch Georgien

Georgien
von Karlheinz Mäck
erstellt am
17.09.2017

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Weinreise durch Georgien

Stationen der Rundreise:
  • Tiflis

Urlaub in Georgien – Weinreise Ende Juli/Anfang August 2017

Das Land ist zwar nicht riesengroß, aber unheimlich vielfältig und wir wollten Regionen neu entdecken und in schon Bekannten das ein oder andere erkunden. Deshalb waren wir zwei Wochen im Lande unterwegs.

Los ging es an einem Freitag nachmittags auf einem eher ungewöhnlichen Weg, entlang der alten Hauptstraße, von Mzcheta, der ehemaligen Hauptstadt, aus, entlang am Mtkvari, dem längsten Fluss Georgiens, der auch durch Tbilisi fließt. (Sonst fahren wir immer auf der Autobahn.) Eine sehr schöne Strecke und landschaftlich hoch interessant, da die Südhänge der Berge des kleinen Kaukasus einen steppenartigen Bewuchs haben und jetzt Ende Juli schon völlig braun und ausgetrocknet waren und die Felsformationen sind bizarr.

Kurz vor Gori, der Stadt in der Stalin geboren wurde, befindet sich die älteste bekannte Höhlensiedlung Georgiens- Uplistsikhe – die ich schon lange mal besuchen wollte.

In den weichen Sandstein haben die Menschen bereits im 6. Jh. vor Christus Höhlen gegraben bzw. vorhandene Höhlen erweitert. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem 1. Jh. nach Christus. Ca. 5000 Menschen sollen in diesem Handelszentrum an der Seidenstraße gewohnt haben. Zerstört wurde die Stadt im 13. Jh. durch die Mongolen.

Nach einer ‚Klettertour‘ in der heißen Nachmittagssonne, machten wir uns auf ins nahegelegene Dorf Khidistavi, um das Weingut von Gogi Dvalishvili zu finden. Etwa 300 m ab von der Hauptstraße, schön ländlich-ruhig, bewohnten wir ein Zimmer im ersten Stock des Hauses, der fast komplett als Gästewohnung dient. Das Zimmer hatte ein sehr kleines, typisch georgisches Badezimmer – ich kann die überhaupt nicht leiden! – denn die Dusche ist quasi das Bad – d.h. es handelt sich um eine ‚Gästetoilette‘ von der Größe her, mit Brause an der Wand – und wenn man duscht ist alles nass!

Da wir die einzigen Gäste waren, benutzten wir die Dusche vom Nachbarzimmer, um uns vor dem zu Bett gehen abzukühlen und hatten nachts eine trockene Toilette.

Nach unserem Abendessen auf der oberen Veranda gingen wir in den ‚Marani‘ – den Weinkeller – zur Weinprobe. Die erste professionell durchgeführte Probe in einem Familienweingut, die wir in Georgien erlebt haben. Gogi hat ein Probenblatt, auf dem die fünf Weine, die er herstellt, aufgezeichnet sind. Für ihn ist dieses Blatt auch eine Erklärungshilfe bei Englisch-sprachigem Publikum, denn er spricht nur ein paar Brocken Englisch – wir nur wenig Georgisch und kein Russisch. Trotzdem verstanden wir uns und sind inzwischen auch in der Lage Fragen zu stellen. Seine Weine waren durchwegs gut und ohne Fehler, was nicht gewöhnlich ist. Sogar einen versuchsweise produzierten Sekt durften wir probieren, zum Schluss gab es noch drei Chacha Varianten – Tresterschnaps – und Berthold musste zum ersten Mal aus einem Kuhhorn auf ex trinken.

Gogi ist der Meinung, dass neben dem Stalin Museum und Uplistsikhe, er die dritte Attraktion in der Umgebung von Gori sei.

Am nächsten Morgen gab es ein super Frühstück, mit Wurst, Käse, Tomaten, Gurken, Yoghurt mit Honig – eigene Herstellung und super gut! – Rührei, einer Art Frikadelle und süßen Teilchen. Anschließend hatten wir noch ein kurzes Gespräch mit dem Sohn des Hauses, der auch schon einen eigenen Weinberg angepflanzt und ursprünglich Landwirtschaft studiert hat, aber derzeit als Tanzlehrer für traditionelle georgische Tänze sein Geld verdient. Wir wollten ihn überzeugen, dass eine Weinprobe in Verbindung mit einem Tanzworkshop sicher eine Attraktion wäre, aber er hat uns – so glauben wir – nicht wirklich verstanden.

Weiter ging es – über Gori nach Kashuri – ein Stück auf die Autobahn und dann wieder Landstraße um die Burg, die wir schon oft auf der anderen Seite des Flusses gesehen haben, anzuschauen. Ein kleines Kloster – tolle Aussicht, aber die Bauwerke nicht spektakulär.

In Kashuri – dem Dorf der Hängematten- und Liegestuhlverkäufer – hatte es einen längeren Stau. (In Kashuri wurde früher – Sowjetzeit - ein dicker Leinenstoff gewebt, aus dem auch die georgischen Jeans genäht wurden)

Alle, die an die Küste oder nach Borjomi - so wie wir – wollen, müssen durch diesen Ort durch. Genug Zeit die Kunstwerke am Straßenrand zu bewundern und den Georgiern beim landesüblichen Drängeln zuzusehen - sprich auf dem Seitenstreifen oder der Gegenfahrbahn zu überholen, um sich dann nach ein paar Metern weiter vorne doch wieder reinzudrängen, um dadurch den Stau unnötigerweise weiter zu verlangsamen

Im Luft- und Heilwasserkurort Borjomi angekommen suchten wir einen schattigen Parkplatz. Auch wenn wir hier auf ca. 1000 m Höhe waren, war es immer noch knackig warm. Nach einer Tasse Kaffee im Cafè Inka und einem Himbeertörtchen, ach ja, es war mein Geburtstag, wanderten wir durch den Ort, vorbei an unzähligen Souvenirständen, in den Kurpark mit dem ganzen Repertoire an Kinderbelustigung und weiter durchs Tal bis zum warmen Schwefelbad. Dort war es jedoch ziemlich voll, eine neue Bar hatten sie seit unserem letzten Besuch gebaut und das Gelände wurde mit lauter Musik beschallt – trotzdem ein erfrischendes Bad genossen und die 4 km wieder zurückgelaufen, um einigermaßen pünktlich bei Zurab einzutreffen. Zurab kennen wir vom Stammtisch der Deutschen Wirtschaftsvereinigung. Er hat ein altes Holzhaus von seinem Großvater und wollte schon lange mal, dass wir ihn besuchen. Ich hatte mich auf ein schönes Häuschen gefreut und wurde herbe enttäuscht. Die Substanz des Hause ist noch gut und es ist echt wild-romantisch: alte gemalte Tapeten, schöne Möbel, aber furchtbar durchgelegene Betten, keine Küche, kein Gasanschluss und das Bad im Garten – französisches Stehklo – mit Brause nebendran und kleinem Waschbecken. Wir haben trotzdem zwei Nächte dort übernachtet, denn am nächsten Tag wollten endlich mal im Borjomi-Karagauli Nationalpark wandern gehen.

Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, fuhren wir ins Nationalpark Infozentrum um uns anzumelden und Gaga, den Leiter des Zentrums, den wir vor gut zwei Monaten kennen gelernt hatten, zu treffen. Er hat uns eine neue, landschaftlich schöne Strecke empfohlen - zirka sieben Kilometer und ich wollte es am Anfang nicht glauben, dass wir die angegebenen fünf Stunden brauchen würden. Die erste knappe Stunde liefen wir, ganz sanft bergan, in einem Bachtal. Dann folgten 40 Minuten Aufstieg von knapp 900 m auf knapp 1400 m. Oben auf dem Kamm ging es etwa 3 km entlang, immer mal wieder etwas hoch und runter - tolle Ausblicke und hochinteressante Bergwiesen, vom Wald ganz zu schweigen - bevor der steile Abstieg von 1400 auf 800 m begann. Der Abstieg war ziemlich anspruchsvoll und das Mitnehmen der Wanderstöcke hatte sich richtig gelohnt. Am folgenden Morgen brachen wir auf in Richtung Süden nach Akhaltsikhe. Diesmal kein Besuch der Rabati Festung – die wir schon zweimal mit unseren Kindern besichtigt hatten. Auf der noch geteerten Landstraße ging es weiter nach Adigeni. Ein paar Kilometer nach diesem Städtchen führte die Strasse über einen Fluss und wir waren am Anfang der ungeteerten Straße zum Goderzi Pass. Den Asphaltresten nach zu urteilen, muss diese Straße früher schon einmal befestigt gewesen sein. Nach gut 20 km und etwa einer Stunde Fahrtzeit kamen wir oben auf 2025 m an. Google hatte das Hotel, in dem wir übernachten wollten, etwas hinter dem Pass angezeigt. Nach weiteren 5 km erreichten wir die Baustelle des neuen Goderzi Ski Resorts und waren definitiv zu weit gefahren. Die ansprechenden Chalets sind schon fertig, das Hotel noch im Bau. Der Direktor des Komplexes, den wir auf unserer Hotelsuche zufällig angesprochen hatten, erklärte uns, dass wir wieder zurück müssten, da das Hotel nur wenige Meter von der Kreuzung am Pass entfernt liegt.

Zurück auf dem Pass fanden wir das Hotel, trotz der inzwischen aufgezogenen Wolken, relativ schnell. Nach unserem obligatorischen Mittagsschlaf, folgten ein Nebelspaziergang, später ein Bier auf dem Balkon und ein Abendessen im Hotelrestaurant. Es gab Sinori, eine Spezialität der Region Adjara, in der wir uns inzwischen befanden. Sinori ist eine Art Nudelteig gefüllt mit Käse und Butter und im Ofen gebacken. Schmeckt tierisch gut! Außerdem hatten wir den üblichen Tomaten-Gurken-Salat und Schweinefleisch mit French fries – sprich Pommes.

Wo es raufgeht, muss es auch wieder runter gehen – in endlosen Kurven – zunächst ungeteert, die ca. 25 km bis nach Khulo. Eine nächste Übernachtung hatten wir nicht vorgebucht, da die beiden Weingüter in Adjara, die ich auf Englisch angeschrieben hatte, nicht geantwortet haben. Wir hatten den Plan, bei allen Familienweingütern, die laut Georgian Wine Tourism Guide (Georgischem Weintourismusführer) eine Unterkunft anbieten, anzuhalten und zu fragen. Wir wurden gleich beim ersten Weingut bei Dandalo fündig. Ja, ein Zimmer könnten wir haben - wir hatten die Auswahl zwischen vier großen Doppelzimmern – sie würden nur noch das Bett frisch beziehen. In der Zwischenzeit bekamen wir eine kleine Kellerführung und warteten gemütlich im Hof. Berthold nutzte die Zeit sich mal wieder unters Auto zu legen, da seit dem Goderzi Pass der Auspuff lose war, permanent vor sich hin quietschte und die Drahtfixierung auch nicht so richtig halten wollte.

Auf dem schattigen Balkon genossen wir einen heißen Nachmittag mit Buch und PC auf den Knien und einem fantastischen Ausblick in die subtropische Bergwaldwelt von Adjara.

Eine kleine Supra – die georgische Tafel – gab es für uns zum Abendessen im Hof. Dazu gehörten Brot, Oliven, Fleischbällchen in Tomatensauce, Tomaten-Gurken-Salat, Kartoffeln, Gemüse, gegrilltes Fleisch – wir waren mehr als satt. Unser Hausherr; Zurab, brachte Wein und wir versuchten mit unserem wenigen Georgischso viel wie möglich Infos über den Weinanbau in Adjara zu bekommen – ganz schön anstrengend.

Zurab füllt seinen Wein leider nur in Plastikflaschen ab, die er direkt an seine vorwiegend russischen Übernachtungsgäste verkauft. Wir beurteilten seine Weine als nicht ganz fehlerfrei.

Auf der Weiterfahrt am nächsten Morgen haben wir im Städtchen Keda Pause gemacht. Wir wollten eigentlich nur Wasser kaufen und uns kurz umschauen. Sind aber dann ins Tourismusbüro und hatten ein nettes Gespräch mit der Tourismusmitarbeiterin. Auf unsere Fragen nach dem Touristenaufkommen, erklärte sie uns, dass vor allem viele Russen und Touristen aus der ehemaligen UdSSR, aber auch immer mehr Europäer und Amerikaner, nach Adjara kämen. Ähnliches hatten wir am Tag zuvor in Khulo auch schon gehört. Sie empfahl uns noch einen Besuch in der ‚Weinfabrik‘ von Keda – das Hinweisschild am Ortseingang hatten wir schon bemerkt. Eine kleine Weinkellerei – betrieben von den Kakhetien Traditionel Winemakers, die eigentlich am anderen Ende des Landes im Osten, in Kachetien sitzen. Am Standort Keda werden traditionelle adjarische Sorten wie Tsolikauri an- und ausbauen, sowie kachetische Weine verkauft. Nach einer kompetenten Führung und Tankprobe, haben wir drei Liter Tsolikauri mitgenommen – ein frischer, säurebetonter, leicht fruchtiger Weißwein.

Im Tal des Flusses Adjaristskali (Wasser von Adjarien) gibt es einige alte Steinbrücken. Wir hatten bereits am Vortag bei Dandalo als einzige touristische Gäste eine solche fotografiert. Heute, völlig unerwartet, jede Menge Touristen aus aller Herren Länder, die die populärste Brücke bewunderten, im Fluss badeten, Souvenirs kauften und zum etwa 300 m entfernten Wasserfall fuhren oder liefen. Alles Tagestouristen aus Batumi, das nur noch 35 km entfernt ist.

Um den Touristik-Tag vollständig zu machen besuchten wir noch das Adjarian Wine House – eine kleine Kellerei, die ebenfalls nicht nur Weine aus Adjara, sondern auch aus Kachetien ausbaut. Am Eingang mussten wir 5 Lari Eintritt pro Nase bezahlen – dafür versprach man uns gäbe es ein Glas Wein, oder Wasser/Limonade, oder Tee/Kaffee. Als es ans Weinprobieren ging, hätte ich gerne den einzigen adjarischen Wein, einen Chkhakveri Rosé, probiert. Der war aber nicht im Probierangebot inbegriffen. Zum Probieren gab es nur die kachetischen Weine. Kaffee oder Tee hatten sie auch keinen, so dass wir mit je einem Fläschchen Wasser abzogen.

Bemerkung am Rande: der Chkhaveri kostete beim Produzenten 50 Lari (22 US$) die Flasche, in den Tourismusbüros wurde er für 45 Lari verkauft.

An diesem Tag fuhren wir aber noch nicht gleich nach Batumi, sondern wir hatten uns in einem kleinen Tal, das in Richtung Türkei liegt, ein tolles ‚Holzhotel‘ ausgesucht. Wir hatten Glück und waren die einzigen Gäste. Das Hotel liegt direkt am Fluss und hat einen Pool durch den der Fluss durchfließt. Hurra, endlich Abkühlung in klarem Wasser!!!

Die nächste Reisestation war Batumi – im Frühjahr waren wir schon mal dort gewesen und hatten in einem Hotel übernachtet. Diesmal hatte Berthold uns eine Ferienwohnung gemietet und es war nicht so einfach diese zu finden. Google führte uns erst in die falsche Richtung - Auto abstellen und zu Fuß weiter suchen. Wir fanden die Hausnummer, vorne ein Handyladen und hinten ein Hinterhof mit ca. 10 Wohneinheiten. Wir fragten eine junge Frau, aber sie kannte den Namen unseres Apartments nicht; sah nur das Bild auf der ausgedruckten Reservierungsbestätigung und schickte uns zwei Ecken weiter. Ähnliches passierte uns noch zwei Mal und den Wohnungseigner konnten wir telefonisch nicht erreichen. Noch mal zurück zu dem Hinterhof – und, wie ein Wunder, tauchte der junge Mann auf, aus der Tür in der die junge Dame, die wir zuerst gefragt hatten, verschwunden war. Wir hatten zwischendurch mit seiner Mutter telefoniert, aber die kannte den Namen des Unternehmens von ihrem Sohn nicht, obwohl ihre Telefonnummer bei Booking.com angegeben war. Georgisch –eben!

Die Dachterrassenwohnung war prima, zwei von den drei Zimmern brauchten wir gar nicht, nette Wohnküche und eben die Terrasse mit zwei Liegestühlen – erst benutzbar nach Sonnenuntergang.

Die nächsten zwei Tage haben wir die Stadt erkundet, die bunte Vielfalt der Touristen am Strand besichtigt, Eis gegessen, gelesen, gefaulenzt, etc. Ins Wasser wollten wir nicht so recht– Batumi hat einen Kiesstrand, es waren einfach zu viele Menschen und zu viel Dreck, im Wasser und an Land. Toiletten gibt es keine, nur Umkleidekabinen, die teilweise als Toiletten benutzt werden.

Interessant jedoch fanden wir das Wein-Wochenende Batumi, das gerade stattfand. Unserer Meinung nach müsste es jedes Wochenende dort stattfinden, bei den Menschenmengen die hier unterwegs sind. Aus beruflichen Gründen mussten wir uns mal wieder durch alle anwesenden Weingüter durchprobieren und haben sogar eine Bekannte getroffen. Natia, von Kindzmarauli in Kvareli, Kachetien, hatte uns im Mai schon mal eine nette Weinprobe, gemeinsam mit einer Gruppe junger Israelis, gehalten.

In Batumi wollte Berthold unbedingt, dass der Auspuff repariert wird. Wir fuhren zu Tegeta Motors Niederlassung – Bertholds Werkstatt in Tbilisi – und fragten, ob sie das reparieren könnten. Die Antwort: „Nein, dafür haben wir keinen ‚Master‘ – jemand der das kann.“

Aber der junge Mann konnte uns einen Platz beschreiben, wo wir jemanden finden könnten, der das machen kann. Drei Kilometer in Richtung Batumi, vorbei am Flugplatz sei eine Lion Tankstelle. Dort angekommen sahen wir sofort den großen ‚Garagenhof‘ – in jeder Garage eine kleine Werkstatt und jeder ist auf was anderes spezialisiert. Letztes Jahr in Kutaisi – zweitgrößte Stadt des Landes – hatte uns jemand in so einer Werkstattansammlung den Kühler repariert, nachdem auch dort Tegeta gesagt hatte: „können wir nicht“.

Wir fanden jemanden der den Auspuff schweißte – für 20 Lari (8 €) und konnten mit repariertem Auto weiterfahren. Hebebühne kaputt Schweißvorbereitungen früh übt sich…

Von Batumi aus ging es an der Küste entlang zum botanischen Garten von Batumi – etwa 10 km außerhalb der Stadt. Eine sehr schöne alte Parkanlage, begründet 1912, 108 ha groß und unterteilt in 9 floristische Zonen. Wunderschöne große alte Bäume, der Rest z.T. etwas dürftig – Entschuldigung, ich bin halt ‚Palmengarten-verwöhnt‘.

Zwei Stunden sind wir in feucht-heißer Luft darin rumgelaufen, x-hundert Stufen hoch, da hügeliges Gelände und in Serpentinen wieder runter. Ein schöner, schweißtreibender Spaziergang.

Weiter fuhren wir über Kobuleti nach Ureki, dem Kurort mit dem schwarzen, magnetischen Sand. Hier hatte Berthold einen Campingplatz im Internet gefunden, der uns dann aber zu voll war und zu wenig Schatten bot, so dass wir kurzerhand in ein kleines Hotel gingen. Ureki war voll mit Badetouristen. In der engen Straße, mit Verkaufsbuden, Geschäften, Pensionen, Hotels, Privatquartieren, Restaurants, ohne Bürgersteige, hatten Autos und Fußgänger oft Schwierigkeiten aneinander vorbei zu kommen. Auch hier war der Strand sehr voll, aber trotzdem war es unser Ziel einmal im Schwarzen Meer gewesen zu sein – nicht ganz so schlimm, aber so ein richtiges

Badevergnügen stellte sich nicht ein. Eindrucksvoll die Menschenmassen zu beobachten, die hier Urlaub machen. Einige der hier vertretenen Völker können sich auf politischer Ebene gar nicht leiden. Insofern tut Georgien schon irgendwie etwas für die ‚Völkerverständigung‘. Inwieweit man tatsächlich miteinander ins Gespräch kommt – keine Ahnung.

Vom Meer aus führte unser Weg in die Berge, nach Svanetien, das ‚sagenumwobene‘ Land der Türme und seine ‚Hauptstadt‘ Mestia. Auf 1600 m war es immer noch so sau-heiß wie an der Küste, nur nicht mehr ganz so feucht. An wandern bei diesen Temperaturen wollten wir schon gar nicht denken!

Nichtsdestotrotz sind wir den Kilometer bis ins Zentrum von Mestia gelaufen – auch dort hat es überdurchschnittlich viele Touristen in diesem Sommer - mindestens 300-400 Besucher laut Tourismusbüro täglich!

Wie war das? – wo es hochgeht…. gefühlte tausend Kurven wieder nach unten.

Ursprünglich wären wir gerne über die Berge nach Racha gefahren. Aber nach so viel Kurven und der Schotterpistenerfahrung, sowie dem losen Auspuff in Adjara, hat er von der Idee, ca. 150-200 km ungeteert, auf einer Höhe von 2000 m bis zu neun Stunden Auto fahren zu müssen, Abstand genommen.

Am nächsten Tag erreichten wir am frühen Nachmittag das Städtchen Martvili in der Region Samegrelo. In der näheren Umgebung hat es zwei Canyons, die wir uns anschauen wollten und ich wollte ins Weingut von Oda – einer Weinherstellerin aus Tbilisi, die seit kurzen dort zu Hause ist.

Nachdem wir unser Hotel gefunden und uns dort angemeldet hatten, fuhren wir zum Okatse Canyon. Es begrüßten uns ein voller Parkplatz und zwei ziemlich gelangweilte Damen im Besucherzentrum, sowie ein Modell des Canyons mit der Wegkonstruktion in luftiger Höhe. Trotz der sicher 37 °C im Schatten kauften wir zwei Tickets und machten uns auf den Weg. Ute hatte den Info Flyer mit der Karte im Auto liegen lassen  und der Weg zum Canyon Eingang war länger als gedacht. Wir schafften es trotzdem, stiegen endlose Stufen nach unten – ‚schwebten‘ über dem Canyon – nicht so mein Ding – und ‚krabbelten‘ auch noch die Stufen zur Aussichtsplattform rauf und runter. Und dann … mussten wir auch wieder zurück – guter Nachmittagssport!

Zurück im Hotel in Martvili fragten wir unseren Hausherrn nach dem Weingut Oda. Zunächst verstand er nicht von was wir reden, dann erinnerte er sich doch, da war was Neues, - ja, das würde ihn auch interessieren – er bringt uns hin. Das war super nett und auch gut so, denn ohne ihn hätten wir Oda’s Marani nie gefunden. Kein Schild, kein Hinweis, kein gar nix. Und Marani kann man den warmen Kellerraum auch nicht wirklich nennen. Manche unserer Freunde in Deutschland haben mehr Wein im Keller, als Keto – so heißt sie wirklich. Sie lebt seit einem Jahr in Martvili, weil ihr Mann der Manager des Martvili Canyons ist. Beide machen Wein bei einem Freund. Mich hätte der weiß gekelterte und trocken ausgebaute Ojaleshi – eine rote Sorte, die sonst üblicherweise nur süß ausgebaut wird – interessiert. Aber weil nur noch 100 von 200 Flaschen übrig sind, kostet die Flasche 100 Lari – bei aller Liebe, das ist uns zu teuer!

Wir probieren ein Tsolikauri-Khrachuna Cuvée von ihrem Mann (25 Lari die Flasche). Der ist sauber und schmeckt ganz gut - ein akzeptabler Qvevri-Wein.

Keto spricht gut Englisch, war schon in Deutschland und wir hätten uns noch länger unterhalten können, aber es war inzwischen 20:30 Uhr und wir waren hungrig. Wir verabschiedeten uns und liefen in das Städtchen zum Abendessen mit einem Bier im kühlen Keller.

Am nächsten Morgen Bindfadenregen. Wir verschieben den Martvili Cayon und das Klosterweingut in der Nähe auf das nächste Mal. Ein weiteres Familienweingut, auf dem Heimweg, hatte uns abgesagt und da die Strecke von Martvili nach Tbilisi nur 200 km beträgt entschieden wir erst mal zurück nach Hause zu fahren.

Nach einem Tag, waschen, aufräumen, umpacken, haben wir uns ein Zimmer im Golden Cradle Marani (Goldene Wiege) am Bazaleti See, etwa eine Stunde nördlich von Tbilisi gebucht. Wir haben Bekannte getroffen und einen höchst interessanten Künstler, dem der Golden Cradle gehört, geschwommen, gefaulenzt, geredet, Boot gefahren – kurzum ein schönes Ferienabschluss-Wochenende gehabt.

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Durchführung

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selbst

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durchschnittlich bis sehr einfach

Transportmittel

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einfach!

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